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222Sicher hat der Umstand, daß die Rams in Los Angeles spielten, mit dazu beigetragen, daß die Geschichte des Clubs eine der Seifenopern ist, für die Hollywood berühmt wurde.

Die Rams wurden 1937 in Cleveland gegründet. Nach vier Jahren voller interner Schwierigkeiten, kam der 29jährige Politiker Dan Reeves, als der jüngste Clubbesitzer in der Geschichte des Profifootballs, auf die Szene.

Während des Krieges sammelte Reeves eine Mannschaft aus talentierten Spielern um sich. Angeführt von ihrem Rookiequarterback Bob Waterfield, gewann das Team 1945 neun seiner zehn Spiele, und holte damit nicht nur seine erste positive Saison, sondern auch seine erste NFL Meisterschaft.

Die Fans in Cleveland sahen nie, wie die Rams ihren Titel verteidigten. Trotz ihres Erfolges verlor Reeves in diesem Jahr 50.000 Dollar, und man zog um ins gelobte Land, nach Kalifornien, ins Los Angeles Memorial Coliseum.

Einer der Hauptgründe der finanziellen Miesere in Ohio war der Wettbewerb mit den Cleveland Browns aus der rivalisierenden AAFC. Durch den Umzug retteten die Rams ihr Leben, oder ?

Sie verpflichteten ein Quartett von attraktiven Spielern, mit Kenny Washington und Woody Strode (sie waren die ersten schwarzen Spieler in der NFL seit über einem Jahrzehnt), Tom Harmon und Tom Fears. Dennoch blieben die AAFC L. A. Dons die Nummer 1 in Los Angeles. Man hatte sich selber vom Regen in die Traufe manövriert.

Die Verluste erreichten astronomische Höhen. Der Club war jedes Jahr mit wenigstens 250.000$ in den roten Zahlen

Die finanzielle Rettung kam 1949 mit einer Traumdraft. In dieser sicherten sich die Rams vier Offensive Stars: Quarterback Norm van Brocklin, die Läufer Verda "Vitamin T" Smith und Paul "Tank" Younger, zusammen mit dem Receiver Elroy "Crazy Legs" Hirsch.

Mittlerweile war die AAFC Pleite gegangen, und die Rams waren das einzige Team in Los Angeles. Mit dem schon vorhandenen Talent, und den gerade einberufenen Stars, wurden sie eines der besten Teams der fünfziger Jahre.

1951 gewannen sie ihre zweite Weltmeisterschaft, ausgerechnet gegen die Cleveland Browns, von denen sie aus Cleveland vertrieben wurden, und die nach dem Ableben der AAFC in die NFL aufgenommen wurden.

Eigenartig, daß das der letzte Titel für die Rams war, die zwar weiterhin oben mitspielten, aber letztlich nicht mehr den ganzen Weg gehen konnte.

1955 verlor Los Angeles das Endspiel wieder gegen Cleveland, und für die nächsten zehn Jahren waren sie ein Club unter vielen.

Dann kam George Allen, 1967, ihr 13. Head Coach in 30 Jahren.

Die Seifenoper wurde fortgesetzt.

Allen führte das Team in nur zwei Jahren aus der Talsohle, wurde aber gefeuert, weil er sich mit dem Vorstand nicht verstand. Die Spieler revoltierten und veranstaltete sogar eine Pressekonferenz, um Allen wiederzubekommen. Sie hatten Erfolg. Sie bekamen Allen zurück und gewannen zwei Divisionstitel in den nächste zwei Jahren. Nachdem Allens Fünfjahresvertrag 1972 abgelaufen war, wurde er aber nicht weiterverpflichtet.

Sein Nachfolger Chuck Knox konnte den Erfolg aufrecht erhalten, und die Rams dominierten die schwache Western Division für den Rest der Dekade.

1979 führte Ray Malavasi als Head Coach die Rams in den Super Bowl, den sie erst im letzten Viertel mit 31:19 an die Steelers abgaben.

Die Rams zogen um nach Anaheim. Sie verpflichteten John Robinson als Head Coach. Der holte Super Star Eric Dickerson, einen Running Back. Die Mannschaft war durchweg stark besetzt... doch der Erfolg blieb aus. Das lag nicht zuletzt an Dickerson. Das ganze Spielsystem der Offense war auf ihn zugeschnitten. Aber Dickerson war überfordert. Er lief zwar an den zweiten Platz der ewigen Bestenliste aller Running Backs aber Dickerson war faul. Irgendwann im Laufe seiner Karriere hatte er genug Geld und keinen Spaß mehr daran, weiter hart dafür zu arbeiten. Die Rams gaben ihn ab an die Colts, die auch nicht mit ihm glücklich wurden.

In der Saison 1989 verloren sie das NFC Endspiel gegen die San Francisco 49ers, das aber sehr deutlich.

Wer dachte, daß die Rams ihren hohen Standard halten konnten, sah sich getäuscht. Und wer dachte, daß 5-11 Punkte, 1990, den Tiefststand bedeuteten, sah sich ebenfalls getäuscht. Wer dachte, daß alles nur noch schlimmer kommen könnte, der sah sich bestätigt. 1991 konnten die Rams nur drei Spiele gewinnen. Für Robinson bedeutete dies das Ende in Anaheim. Der neue Mann war Chuck Knox, der 1992 versuchte einen Sieger aus diesen Nieten zu machen. 6-10, 5-11 und 4-12 Punkte zeigen aber, daß der Weg in die falsch e Richtung führt. In der letzten Saison konnte man 7-9 Punkte so schon als Erfolg verbuchen.

In L.A. konnten die Rams niemanden mehr blenden und so zogen sie um nach St. Louis. Hier erhoffte man sich noch Fans, die auf die Tricks hereinfallen, mit denen in Hollywood die Menschen getäuscht werden.

Lange werden die Zuschauer hier allerdings auch nicht auf diese Blender hereinfallen. Dann helfen keine Trainerwechsel mehr, und keine Umzüge. Irgendwann wird man ein siegreiches Team auf die Beine stellen müssen... wenn`s auch noch so schwer fällt.

Diese unmögliche Aufgabe sollte nun der neue Head Coach Dick Vermeil erfüllen. Vermeil führte vor Urzeiten die Eagles schon mal in einen Super Bowl. Nach jahrelanger Trainerabstinenz, in der er als Fernsehkommentator arbeitete, sollte er jetzt aus den Lambs wieder Rams machen. "Nichts ist unmöglich..." oder?

Doch! Nur fünf Siege konnte er am Ende der Saison 1997 vorweisen. Aber das ging sogar noch weiter runter, auf nur drei Siege im Jahr 1998.

Dann fand Dick Vermeil endlich das fehlende Glied der Kette, die zum Erfolg führen sollte, Quarterback Trent Green. Um ihn herum wollte er eine schlagkräftige Offense aufbauen.

Wollte, denn Green verletzte sich während eines Vorbereitungsspiels und damit zerplatzten die Träume der Rams. Das Team und die Fans fielen in eine tiefe Agonie, denn der Quarterback der Zukunft, Rookie Joe Germaine, war noch nicht einsatzfähig. Man mußte also nun zur dritten Wahl greifen und das war Kurt Warner, der zuvor nur in der Arena League gespielt hatte und bei den Amsterdam Admirals in der NFLE. Als Ersatzmann für ihn wurde Paul Justin verpflichtet, von der Frankfurt Galaxy.

Doch dann geschah etwas, womit NIEMAND im Footballuniversum gerechnet hatte, Kurt Warner spielte sich zum Superstar der Liga. Er wurde mit 41 Touchdownpäßen der einzige Quarterback der NFL neben Dan Marino, der in einer Saison über 40 Touchdowns warf. Und am Ende der Saison wurde dieser Niemand der Admirals, der wertvollste Spieler der NFL Saison 1999.

Er verhalf den Rams zu einem der größten Aufschwünge, die je ein Team durchlebt hatte. Von 3 Siegen und 13 Niederlagen im Jahr 1998 zu 13 Siegen und 3 Niederlagen in 1999.

Dick Vermeil wurde zum Head Coach des Jahres gekürt und die Rams zogen in den Super Bowl ein. Hier gewannen sie im spannendsten Endspiel der Geschichte mit 23:16 gegen die Titans. 6 Sekunden vor Spielende hätte Tennessee noch ausgleichen können, doch die Defense der Rams hielt.

Die Defense, die die gesamte Saison über im Schatten einer High Power Offense gestanden hatte, sorgte letztlich für das Saisonhighlight.

Zwei Tage nach dem Spiel dann die Hiobsbotschaft. „Dick Vermeil hört auf“.

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Das war mit John Elway letztes Jahr so, und nach Super Bowl 34 erklärte Rams Head Coach Dick Vermeil seinen Rücktritt.

Er habe lange mit seiner Frau darüber diskutiert, sagte Vermeil, und die Entscheidung wäre schwer gefallen. Unter Tränen, mit versagender Stimme, gab der 63-jährige Reportern diese Entscheidung zwei Tage nach seinem größten Triumph bekannt.

Sein Nachfolger wurde Offensive Coordinator Mike Martz. Ob dieser Offensive Dämon, der die beste Offense der NFL seit langem kreierte, als Head Coach überzeugen konnte war ungewiss.

Er konnte nicht... jedenfalls nicht ganz. Seine Offense mußte den größten Teil der Saison ohne Wunder Quarterback Kurt Warner auskommen, der sich verletzte. Und die Defense, die im Super Bowl noch diesen Irrsinns Goallinestand schaffte?

Die versagte auf der ganzen Linie. Bedenkt man, wie viele Punkte die Offense der Rams pro Spiel vorlegt und daß man nur verliert, wenn die Defense ein Pünktchen mehr zuläßt, dann kann man sich ausrechnen, wie schlecht die Verteidigung war.

Martz tauschte dann auch nach der Saison 2000 alles an Assistenztrainern aus, was mit Defense zu tun hatte.

Die Rams schafften es zwar trotz all dieser Widrigkeiten in die Playoffs, aber hier war schon in den Wild Cards gegen New Orleans Schluß.

Dann verpflichtete Mike Martz Lovie Smith als Verantwortlichen für die Defense. Und dieser schaffte eine Verbesserung, wie sie Ihresgleichen sucht.

In allen Kategorien fand man die Rams nach der Saison 2000 im unteren drittel der Statistiken. Smith schaffte es, die Rams auf der Verteidigungsseite des Balles in die Top 3 zu führen.

Mit den MVPs der Liga 1999, Quarterback Kurt Warner, 2000, Running Back Marshall Faulk und 2001, erneut Warner, und einer der besten Verteidigungen der Liga erreichten die Rams erneut den Super Bowl.

Hier warteten die Nobodies aus New England als gehorsame Punktelieferanten und Schlachtopfer... äh... so dachten jedenfalls alle. Falsch gedacht.

Die Defense der Patriots fing zwei Pässe von Superstar Kurt Warner ab und gewann einen der spannendsten und überraschendsten Super Bowls mit 20:17 gegen ein Team, das höher gar nicht hätte favorisiert sein können.

Dann kam die Saison 2002. Niedrigste Wettquoten für einen Super Bowl Sieg?

Rams!

Aber was spielten die sich für einen Mist zusammen. Die ersten vier Spiele unter Quarterback Kurt Warner gingen samt und sonders verloren.

Im vierten Spiel brach er sich einen Finger an der Wurfhand und Marc Bulger kam als Ersatz zum Einsatz. Mit ihm ging dann auch noch das fünfte Spiel in Folge zum Saisonauftakt verloren und das Erreichen der Playoffs lag jetzt schon in unerreichbarer Ferne.

Dann legte Bulger los und bewies wiedereinmal, was für Talente so in der NFL auf der Bank vor sich hin versauern. Die nächsten fünf Spiele gewannen die Rams alle bevor dann Warner wieder Einsatzbereit war. Er machte zwei Spiele, beide verloren die Rams. Die Fans atmeten sogar auf, als er sich erneut verletzte und es hieß, daß die Saison für ihn gelaufen sei.

Am Ende landeten die Rams mit 7-9 Punkten hinter San Francisco und den Seahawks auf dem dritten Platz in der neu geschaffenen NFC West. Nur noch die Cardinals, die ja ursprünglich aus St. Louis stammten und jetzt in Arizona spielten, landeten hinter ihnen.

Da auch die Patriots in der AFC nicht in die Playoffs gekommen waren, gab es in der NFL zum ersten Mal die Konstellation, daß beide Super Bowl Teilnehmer des Vorjahres nicht in die Playoffs gelangten.

In der Saison 2003 wurde Kurt Warner nur in zwei Spielen eingesetzt. Marc Bulger war der Starter und spielte sich in den Pro Bowl.
Nachdem die Rams in der ersten Runde der Playoffs spielfrei hatten, mussten sie gegen die Panthers ran. Das Spiel ging zweimal in die Verlängerung und wurde das fünftlängste Spiel in der Geschichte der NFL.
Am Ende gewann Carolina 29:23.

Auch nach der Saison 2004 ging es wieder in die Playoffs, obwohl die Rams die Saison nur mit 8-8 Siegen beendeten. In Seattle gewannen sie das Wild Card Spiel mit 27:20, und wurden das erste 8-8 Team in der Geschichte der NFL, das ein Playoffspiel gewinnen konnte.

In der Woche darauf wurden sie von den Falcons dann allerdings mit 46:17 aus Atlanta gefegt.

Kurt Warner wurde gefeuert und man setzte ganz auf Marc Bulger. Der erwies sich aber im Nachhinein gar nicht als der tolle Quarterback, der mal in ihm aufblitzte, zudem war er sehr verletzungsanfällig.

Nach dem fünften Saisonspiel im Jahr 2005 musste Head Coach Mike Martz gesundheitsbedingt seinen Platz räumen. Linebackers Coach Joe Vitt führte das Team durch die anschließenden 11 Spiele.

Am 19. Januar 2006 wurde Scot Linehan zum 22. Head Coach der Rams.
Die Rams beendeten die Saison mit 8-8 Punkten und Marc Bulger wurde wieder in den Pro Bowl gewählt.

In der Saison 2007 verloren die Rams acht Spiele in Folge und beendeten das Jahr mit 3-13 Spielen.

Am 18. Januar 2008 verstarb die Besitzerin der Rams, Georgia Frontiere.

Nachdem das Team mit 0-4 Punkten in die Saison gestartet war, feuerten die Rams Scot Linehan und Defensive Coordinator Jim Hasslet übernahm seinen Job und gewann sofort seine ersten beiden Spiele. Hoffnung keimte auf, die aber sofort darauf im Keim erstickt wurde.
Diese beiden Siege blieben die einzigen in der Saison 2008 bei 14 Niederlagen.

Der Abstieg von der tollsten Schau auf Turf zur größten Lachnummer der Liga ging recht schnell von statten.

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Division: NFC West
Gegründet: 1976
Größter Erfolg bisher: Teilnahme an Super
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