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Gannon0302Die Raiders sind mit recht stolz darauf, daß sie seit über zwei Jahrzehnten der siegreichste Club im amerikanischen Profisport waren. Großen Anteil daran hatte ein Mann namens Al Davis. Als er 1963 Head Coach der Oakland Raiders wurde, übernahm er ein sinkend es Schiff, das die gesamte neue Liga mit sich zu reißen drohte. Das Team war so schlecht, daß Oakland, zusammen mit Denver, mitten in der Saison eine spezielle Veteranen - Draft abhalten durfte, um sich zu verbessern. Es half nichts.

Davis war mit 33 Jahren der jüngste Head Coach im Profifootball, und er war gleichzeitig auch General Manager. Davis benutzte eine äußerst gewissenhafte Offense und völlig neue Verteidigungsstrategien, die sich sofort in seiner ersten Saison in einem Punktekonto von 10-4 ausdrückten. Damit verpaßte man nur knapp die Playoffs, aber der Siegeszug hatte begonnen.

Seit Davis den Club übernahm, haben die Silber - schwarzen 23 positive Saisons geholt, davon 16 in Folge, von 1965 bis 1980. Dazu spielten sie in vier Super Bowls, wovon sie drei gewannen.

Die Raiders haben es immer verstanden, die Mißgriffe anderer Teams, und unbeherrschte Spieler, in Starter, ja sogar in Pro Bowler, umzuwandeln. Das gab den Raiders das Image der bösen Buben, worüber diese aber gar nicht unglücklich sind.

Al Davis beweist auch Sachverstand in der Auswahl seiner Trainer. Drei, die unter ihm arbeiteten, brachten die Raiders in den Super Bowl. John Rauch war 1968 der erste, aber seine Mannschaft war kein Gegner für die Packers in ihrer Glanzzeit. Green Bay gewann mit 33:14.

Als Rauch in Richtung Buffalo davonzog, kam John Madden, unser aller Lieblingskommentator von CBS, bzw. heute FOX. Er hatte schon zwei Jahre die Linebacker der Raiders gecoacht. Madden blieb genau ein Jahrzehnt Head Coach. Unter seiner Führung holte das Team 103 Siege, 32 Niederlagen und 7 Unentschieden. Das genügte, um sieben Divisionstitel zu gewinnen, eine AFC Meisterschaft und Super Bowl XI.

Madden war ein Bulle von einem Kerl, der an der Seitenauslinie auf und ab lief. Dabei schrie er seine Anweisungen heraus und wurde rot vor Wut, wenn etwas schief lief. Nach zehn Jahren mußte er auf ärztlichen Rat hin kündigen, da sein Herz nicht mehr mitspielte.

Wieder griffen die Raiders ins eigene Potential, und sie machten Tom Flores zum Cheftrainer.

Flores spielte als Quarterback bei den Raiders und war zu der Zeit der Receiver Coach des Clubs. Er holte zwei Super Bowl Titel, obwohl die Raiders viele Probleme in ihrem Umfeld hatten.

1982 zog das Team von Oakland nach Los Angeles um, trainierte in diesem Jahr aber weiterhin in Oakland. Damit war man das Team, das die weiteste Anreise zu seinen Heimspielen hatte.

Al Davis, der sich den Umzug nicht von der erforderlichen 75% Mehrheit der Liga hatte genehmigen lassen, sah sich und seinen Club von Gericht zu Gericht gezerrt. Die NFL wollte die Raiders zwingen in Oakland zu bleiben. Doch Davis war vor Gericht genauso siegreich, wie auf dem Grillrost.

Als Flores aufhörte, um in Seattle General Manager der Seahawks zu werden, holte Davis den Offensive Coordinator der Denver Broncos, Mike Shannahan. Mit 35 Jahren war er nur zwei Jahre älter als Davis, als der damals diesen Posten bekam. Doch anders als Davis, endete Shanahans Geschichte in der Erfolglosigkeit.

Schlauer geworden, durch die Tatsache, daß man keinem Fremden trauen darf, griff Davis wieder in den eigenen Stamm, und mit Hall of Famer Art Shell präsentierte er den ersten schwarzen Head Coach der NFL. Mitten in der Saison 1989 ins kalte Wasser geworfen , erreichte Shell beinahe noch die Playoffs.

Er war ein Mann, dem die Spieler vertrauten. Aber auch er konnte den Erfolg nicht zurück bringen. Bis 1994 hatte Al Davis Geduld mit Shell. In dieser Zeit erreichte L.A. aber nur drei mal die Playoffs. Das Ende von Shell bedeutete auch das Ende des Zwischenspiels in der Stadt der reichen und schönen.

All der Glamour Hollywoods konnte nicht auf das Team abfärben. Dieser seelenlosen Stadt war es egal, ob die Raiders spielten oder nicht. Es kümmerte niemanden. Im 100.000 Menschen fassenden Los Angeles Memorial Coliseum herrschte zu oft gähnende Leere. Nur von 1984 bis 1986 besuchten mehr als 70.000 Zuschauer im Schnitt die Spiele. 1993 sank diese Zahl auf erschreckende 49.885 ab. Als dann auch noch das verheerende Erdbeben das Stadion fast völlig zerstörte, war Schluß.

Al packte wieder die Koffer und zog mit Peg und den Kindern zurück nach Oakland.

Mike White, der neueste Head Coach, war wieder ein Eigengewächs. Schon seit fünf Jahren war er Assistent bei den Raiders. 1995 erreichte er 8-8 Punkte und mußte sich weiterhin von Davis den Spruch anhören: "Just Win Baby". Und das bald!!!

Da das nicht klappte, hieß der nächste Coach Joe Bugel. Und der wollte alles ganz anders machen.

Da das nicht klappte, hieß der nächste Coach Jon Gruden. Und der wollte alles ganz anders machen.

Doch zunächst zu Joe Bugel. Er hatte schon versucht bei den Cardinals einen auf Head Coach zu machen, was aber voll daneben ging. Er schaffte es aus den Raiders DIE Lachnummer der Saison 1997 zu machen.

Furcht wollten sie verbreiten... Lachsalven ernteten sie.

Bugel durfte nach einer Saison mit nur 4 Siegen wieder gehen.

Jon Gruden übernahm 1998 den Job auf den Schleudersitz von ihm und führte die Oakland Raiders in das erste Jahr ihres Bestehens, in dem sie nicht ein einziges Monday Night Spiel bestritten.

Eine ausgeglichene Bilanz von acht Siegen und acht Niederlagen konnte Gruden in seinem ersten Jahr vorweisen. Das verdoppelte zwar die Zahl der Siege zum Vorjahr, aber Raiderslike war das noch immer nicht.

Exakt das gleiche Ergebnis kam auch im Jahr 1999 zustande. Da fragte man sich gleich, wie lange der Head Coach der Raiders noch Jon Gruden heißen würde?

Nun, auch in den Jahren 2000 und 2001 hielt Al Davis an Jon Gruden fest. Und Gruden führte die Raiders auch in beiden Jahren in die Playoffs. In der Saison 2000 kamen die Raiders bis ins AFC Endspiel, wo gegen den späteren Super Bowl Sieger, die Baltimore Ravens, Endstation war.

Auch in der Saison 2001 schieden die Raiders gegen den späteren Super Bowl Sieger aus, die New England Patriots, das allerdings schon in den Divisional Playoffs.

Nachdem die Buccaneers ihren Head Coach Tony Dungy gefeuert hatten, stand Gruden ganz oben auf ihrer Wunschliste. Al Davis zögerte zwar ein wenig, um den Preis in die Höhe zu treiben, ließ Gruden aber letztlich auf die andere Seite des Kontinents ziehen.

Offensive Coordinator Bill Callahan wurde sein Nachfolger und mußte mit einem enormen Erwartungsdruck fertig werden, den Fans und Davis an das Team hatten.

Doch das Team, das Callahan übernommen hatte, stand noch unter dem Eindruck, den Gruden hinterlassen hatte, so daß der neue Mann auf das Altbewährte nahtlos aufbauen konnte.

Mit 11 Siegen führten die Raiders 2002 die AFC West souverän an und zogen in die Playoffs ein. In den Divisional Playoffs wurden die Jets mit 30:10 locker aus dem Weg geräumt. Das AFC Endspiel wurde sogar noch einfacher für die Raiders, die die Titans mit 41:24 abfertigten.

In der NFC gewannen die Buccaneers ihrerseits das Endspiel und so kam es zu dem Super Bowl, den viele Fans sich erhofft hatten... Jon Gruden gegen sein altes Team... Die Buccaneers gegen die Raiders.

Aber, wie so oft im Super Bowl, die Träume und Erwartungen der Fans an das Spiel wurden mit Füßen getreten. Zu sehr kannte Gruden noch das Spielbuch der Raiders, das er selber kreiert und das Callahan nicht weiterentwickelt hatte. Es schien nicht nur so, als ob die Buccaneers jeden Spielzug der Raiders im Voraus kannten, es war so. So kam es zu einem der lockersten Trainingsspielchen, das der Super Bowl je gesehen hat und die Raiders holten sich mit 21:48 gegen ein mehr als dominantes Buccaneers Team eine blutige Nase.

Mittlerweile sorgt der Altersstarrsinn dafür, daß Al Davis keinem gutgemeinten Vorschlag mehr zugänglich ist.

In den Jahren die folgten hatte der alte, sture, dumme Mann an der Spitze der Raiders nur noch eins im Sinn, das Team herunterzuwirtschaften.

Am 26. Januar 2004 verpflichtete er Norv Turner als neuen Head Coach, einen Mann, der schon in Washington völlig versagt hatte.
Und so kam es, wie es vorauszusehen war, die Raiders wurden zum lächerlichen Fußabtreter der Liga, der nur noch um den besten Platz in der Draft kämpfte.

Die erste Saison unter Norv Turner beendeten sie mit 5-11 Siegen. Nur drei Teams waren noch schlechter, als sie.

Auch nach der Saison 2005 waren sie mit 4-12 Siegen nicht das schlechteste Team. Dieses mal waren zwei Teams schlechter, als Oakland.

Eine sagenhafte Idee hatte Al Davis 2006. Am 10. Februar machte er zum zweiten Mal Art Shell zum Head Coach des Teams, den Mann, der schon von 1989 bis 1994 eindrücklich bewiesen hat, daß er`s nicht kann.
Für Davis kein Thema!

Shell hielt, was sich Davis von ihm versprach und sorgte dafür, daß die Welt erlebte, wie tief man einen NFL Club herabwirtschaften kann. Er führte die Raiders zu nur zwei Siegen und endlich zum ersten Platz in der Draft.

Am 4. Januar 2007 war die Zeit für Shell bei den Raiders erneut abgelaufen, obwohl er doch so schön versagt hatte.

Am 22. Januar 2007 wurde Lane Kiffin der jüngste Head Coach in der Geschichte der NFL. Kiffin hatte keinerlei NFL Erfahrung, eine gute Voraussetzung um nahtlos mit dem Versagen weiterzumachen.

Bei der Draft hatte Oakland endlich die erste Wahl und griff gründlich daneben. Die Raiders nahmen Quarterback JaMarcus Russell .
Der war mit den ihm angebotenen mageren $40 Millionen nicht einverstanden und streikte bis in den September. Erst als die Raiders ihn mit $60 Millionen zum bis dahin bestbezahlten Rookie machten, unterschrieb er.
Erst im vorletzten Saisonspiel wurde er eingesetzt, aber da hatten die Raiders eh schon wieder ihre Saison versaut, und es war egal, wer das Team den Abgrund hinab führte.

Bis heute hat Russell noch nicht den Anflug eines Anscheins erkennen lassen, daß er es in der NFL jemals bringen wird.

Im September 2008 feuerte Davis Lane Kiffin nach dem vierten Saisonspiel und machte Offensive Line Coach Tom Cable zum Übergangstrainer.
Am 17. Februar 2009 machte Davis Cable offiziell zum 17. Head Coach der Raiders.

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Division: AFC West
Gegründet: 1960
Größter Erfolg bisher: Super Bowl XI, XV, XVIII gewonnen

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