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Neil O`Donnell

Neil O`Donnell - Quarterback
Geboren am 03.07.66 in Morristown
Gedraftet: In der 3. Runde 1990 von den Pittsburgh Steelers
College: Maryland

"Dieser Mann ist keine 25 Millionen Dollar wert"

So stand es in dicken Buchstaben auf einer Ausgabe des "Football Digest" zu lesen, der Amerikanischen Football Bibel. Wer ist denn nun dieser Spieler, bei dem selbst den Amis der Kragen platzte? Anders als wir, sind doch gerade die Sportfans in Amerika ziemlich dickhäutig, wenn es um die Perversion der Sportler Gehälter geht. Wer also ist dieser Mann, der 25 Millionen Dollar bekommen sollte, egal, ob er sie verdiente?

Sein Name ist Neil O´Donnell und er war der neue Quarterback der New York Jets 1996. Die holten ihn im Rahmen der Free Agent Regelung von den im Super Bowl denkbar knapp unterlegenen Pittsburgh Steelers. Und eben dieses "denkbar knapp" ist ein wichtiger Passus in dieser Aussage, denn es waren zwei Interceptions von Neil O´Donnell auf Larry Brown, die diese Niederlage besiegelten. Larry Brown gehörte dabei noch nicht einmal zu den Top Safeties der Liga sondern war eher ein Spieler aus dem oberen Mittelfeld. Doch Brown konnte seine zwei Interceptions in einen 12,5 Millionen $ Vertrag bei den Raiders ummünzen.

Das doppelte bekam nun also O´Donnell. Das Wort "verdient" statt "bekommt" stößt einem hier eher sauer auf. Verdient hätte er diesen Verdienst erst, wenn er den Jets einen Super Bowl Sieg nach dem anderen in seiner Zeit dort abgeliefert hätte. Doch wie hätte das klappen sollen, bei einem Team das eher zu den Fußabtretern der Liga gehört...?

Neil O´Donnell wurde 1990 in der dritten Runde von den Steelers gedraftet, als 70. Spieler insgesamt. Diese Saison verlief für ihn sehr ruhig, da er als dritter Quarterback des Teams nie zum Einsatz kam.

Zum siebtbesten Quarterback der AFC brachte er es im folgenden Jahr, als er in acht Spielen startete. Bubby Brister, der erste Quarterback der Steelers, konnte der Mannschaft keine Impulse geben. Auch er stammte aus der dritten Runde der Draft und zwar aus dem Jahr 1986. Also gab Head Coach Chuck Noll den Ball im dritten Quarter gegen die Giants an O´Donnell. Er brachte die Steelers in diesem Monday Night Game noch von einem 0:20 Rückstand auf 20:20, bevor die Giants 4 Sekunden vor Spielende das Field Goal zum Sieg schossen.

In der Woche darauf, am 20. 10. gegen Seattle, lief O´Donnell zum ersten Mal als Starter auf das Feld. Seinen ersten Touchdown der Saison hatte er allerdings schon in der ersten Woche dieser Saison geworfen, als er gegen San Diego für 4 Pässe den verletzten Brister ersetzen mußte.

In 18 Läufen steuerte er 1991 82 Yards zur Steelers Offense bei. Seine Paßbilanz sah wie folgt aus: 156 von 286 für 1.963 Yards, 11 Touchdowns und 7 Interceptions.

Das Jahr 1992 begann er als Starter und beendete es im Pro Bowl. Dazwischen lagen eine Quarterbackwertung von 83,6 Punkten, eine Zerrung und ein gebrochenes Handgelenk und einige Mannschaftsrekorde, die er dem legendären Terry Bradshaw wegnahm. So übertraf er dessen Karriere Quarterbackwertung mit 81,1 Punkten (Bradshaw NUR 71,1) ebenso, wie die Prozentzahl an Paßvervollständigungen in einer Saison mit 59,1% (57,7%). Insgesamt traf er seine Receiver 185 mal bei 313 Pässen für 2.283 Yards, 13 Touchdowns und 9 Interceptions bevor er sein erstes Play-Off Spiel begann. In dieser Niederlage gegen das spätere Super Bowl Schlachtopfer aus Buffalo warf er 29 Pässe, von denen 15 ihr Ziel fanden für 163 Yards, 0 Touchdown und 2 Interceptions.

1993 stehen in der Bilanz von Neil O´Donnell 3.208 Paßyards aus 486 Versuchen von denen 270 ankamen für 14 Touchdowns und 7 Interceptions. All diese Zahlen waren Bestmarken für O´Donnell. Mit seinen Versuchen und Vervollständigungen übertraf er auch wieder die Saisonbestmarken, die Terry Bradshaw aufgestellt hatte.

Diese Leistungen überzeugten um so mehr, wenn man weiß, daß O´Donnell die ganze Saison über mit einer Teninditis im rechten Ellenbogen spielte.

Die Play-Offs sahen auch wieder nur eine Niederlage Pittsburghs. Hier warf er gegen Kansas City 42 Pässe und übertraf auch damit wieder den guten Terry Bradshaw. 23 dieser Pässe trafen für 286 Yards und 2 Touchdowns.

1994 verpaßte er zwei Spiele wegen kleinerer Verletzungen. In den restlichen 14 führte er Pittsburgh wieder in die Play-Offs. Hierbei kamen über die Saison 212 Vervollständigungen aus 370 Versuchen für 2.443 Yards, 13 Touchdowns und 9 Interceptions zustande.

In den Play-Offs überstanden die Steelers die erste Runde gegen Cleveland. Im AFC Endspiel trafen sie auf die San Diego Chargers. Diese kämpften wie die Löwen darum, das Schlachtopfer der 49ers im Super Bowl sein zu dürfen. Neil O´Donnell seinerseits hatte einen phantastischen Tag erwischt. 54 Pässe warf er, die einen neuen NFL Championship Game Rekord bedeuteten. Dabei traf er 32 mal seine Receiver, ebenso ein Rekord, für 349 Yards. Bei all dem sprang aber nur ein Touchdownpaß heraus, der letztlich zum Sieg gegen die Chargers fehlte.

1995 fehlte nichts mehr am Einzug in den Super Bowl. Dabei begann die Saison für die Steelers so schlecht, daß allein der Einzug in die Play-Offs schon eine kleine Sensation war. Nach zwei Siegen gleich zu Beginn hagelte es vier Niederlagen in den nächsten fünf Spielen. Head Coach Bill Cowher gelang es allerdings mit seiner Ochsenzunge das Team auf Vordermann zu brüllen. O´Donnell selbst steuerte 246 Vervollständigungen aus 416 Versuchen für 2.970 Yards, 17 Touchdowns und 7 Interceptions dazu bei. Seine Interceptionrate von nur 1,7% war die drittbeste hinter den 1,6% von Jim Harbaugh und Troy Aikman.

In den Play-Offs wurden Buffalo und Indianapolis ausgeschaltet, bevor die 2 Interceptions im Super Bowl den Sieg gegen ein arrogantes zu sehr von sich selbst eingenommenen Dallas Team kosteten.

Nach der Saison wurde Neil O´Donnell zum freien Agenten, der das Angebot des meistbietenden annehmen durfte. Er entschied sich dazu, für 5 Millionen $ im Jahr bei einem Looser zu spielen, den Jets, statt für 3,5 Millionen beim AFC Champion. Deshalb sind die Fans in Pittsburgh auch nicht sauer auf die Clubleitung. 3,5 Millionen waren ein tolles Angebot. Sie sind sauer auf Neil O´Donnell, der für 1,5 Millionen mehr zu einem Team wechselte, das absolut keine Perspektive hat. Daran wird auch er nichts ändern können.

Einen Grund könnte man vielleicht akzeptieren, der zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. O´Donnell wurde im Staat New Jersey geboren. Das liegt ja nicht weit von New York entfernt. Die beiden Teams aus der Stadt New York spielen ja sogar in New Jersey, dort liegt nämlich das East Rutherford Stadion.


Sie erinnern sich an den ersten Satz dieses Starportraits?
Er erwies sich als völlig richtig. Neil O`Donnell stand die gesamte Saison 1996 über auf der Verletztenliste. Erst war es eine Schulterverletzung, dann eine Zerrung, die er sich beim Aufwärmen zu seinem vermeintlichen Comeback zuzog. O`Donnell... Wisch und Weg!

 Als Bill Parcells die Jets 1997 übernahm, machte er sofort klar, daß unter seiner Regie die Frage des startenden Quarterbacks völlig offen wäre. Er hielt nicht viel von O`Donnell und das erwies sich als richtig. Der 25 Millionen Dollar Mann spielte bei den Jets fortan hauptsächlich die Rolle des Ersatzmanns für Glen Foley.

Zum Ende der Saison hin platzte Parcells der Kragen. Betrachtet man nur O`Donnell`s Statistiken, so lassen diese ihn nicht so schlecht aussehen. Von 460 Pässen trafen 259 ihr Ziel. Das brachte 2.796 Yards und 17 TDs bei nur 7 Interceptions. Wirklich guter Durchschnitt. Aber Bill Parcells ist kein Head Coach, der Durchschnitt als Maßstab hinnimmt. Er bemängelte O`Donnells Unsicherheit. Er hielt den Ball zu lange, entschied sich zu oft für die falschen Receiver und wirkte teilweise unter Druck sogar ängstlich.

Deshalb konnte aus Neil O`Donnell unter Bill Parcells nicht viel werden. Parcells setzte fortan auf Glen Foley als Nummer 1. Der Head Coach gab sofort nach der Saison bekannt, daß er auch 1998 wieder mit Foley als Starter plane.

Neil O`Donnell kam bei den Bengals unter, die horrende 17 Millionen Dollar für ihn hinblätterten.

Hier spielte er in 13 Partien, bevor ihn ein gebrochener Zeigefinger an der rechten Hand an die Seitenauslinie zwang. Seine Stats konnten sich bis dahin sehen lassen. 116 seiner 195 Pässe fanden richtigen Empfänger. Dabei sprangen 2.216 Yards und 15 Touchdowns sprangen dabei heraus bei nur vier Interceptions, was einer Quarterback Wertung von 90,2 Punkten entsprach.

Am 19. April 1999 folgte jedoch die Entlassung in Cinci, die auf die Jugend setzen wollten und Akili Smith drafteten.

Die Titans, auf der Suche nach einem verlässlichen Ersatzmann für Steve McNair, fragten bei O`Donnell an und der war nicht abgeneigt.

Dank der Verletzungsanfälligkeit von McNair kam O`Donnell für einen Backup sehr oft zum Einsatz. Bereits 1999 spielte er in der Hälfte aller regulären Saisonspiele. Er vervollständigte 116 von 195 Pässen für 1.382 Yards, 10 Touchdowns und 5 Interceptions.

Auch in den Jahren 2000 und 2001 wurde er insgesamt 12 mal eingesetzt und vervollständigte 78 seiner 140 Pässe. Da ist es kein großes Wunder, daß die Titans auch für die Saison 2002 wieder auf ihn als Ersatz für McNair setzen.

Allerdings war zur Saison 2003 kein Platz mehr für O´Donnell unter der Gehaltsobergrenze. Deshalb wurde er freundlich gefeuert. Nicht für lange allerdings, denn durch Verletzungen von McNair und seinem Ersatzmann kam der Anruf bei O´Donnell und er antwortete mit einem deutlichen “I`ll be back”.

Er kam für zwei Spiele zurück und als McNair wieder einsatzbereit war hieß es wieder Abschied nehmen für O´Donnell, der seine Karriere wohl jetzt auch als beendet erklären wird.

 

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