rahmen-links
col-mark-1-cl

Manning-running02In einer verschneiten Nacht, kurz nach der 1983er Saison, wurde die Geschichte der Colts auf den Kopf gestellt. Der ganze Club zog mit Frack, Stock und Zylinder um. Mit einer ganzen Flotte von Trucks ging es 1.000 Meilen von Baltimore nach Indianapolis. Es war ein Schock für die Stadt, die ihren Football liebte. Aber sie liebte ihn nicht genug, um durch die Zuschauerzahlen die Colts zum Bleiben zu bewegen. Der Besitzer Robert Irsay wollte mehr Unterstützung von den Stadtvätern. Er wollte ein neues Stadion.

Er bekam es nicht, und in Indianapolis war gerade der Hoosier Dome fertiggestellt worden, in den die Colts hervorragend hineinpaßten. Baltimore ging vor Gericht, um seine Colts zur Rückkehr zu zwingen, aber ohne Erfolg.

Gegründet wurde der Club 1947 in der AAFC. In dieser Liga war aber Cleveland so dominierend, daß ihr frühes Ende 1949 kam. Unter den Clubs, die daraufhin von der NFL aufgenommen wurden, war auch Baltimore. Die Colts spielten ihr erstes Spiel in der NFL aber erst 1953, unter Head Coach Webb Ewbank. Sein behutsames Aufbauprogramm führte die Colts vom unteren Tabellenplatz zum mittleren und endlich, nach sechs Jahren, zum obersten.

1958 gewann das Team seinen ersten Divisionstitel. Spieler wie der legendäre Quarterback Johnny Unitas und der spätere Super Bowl Coach der Patriots, WR Raymond Berry, hatten großen Anteil an diesem Erfolg.

Gegner der Colts im 58er Endspiel waren die Giants, und am Ende der regulären Spielzeit stand es 17:17. Damit wurde diese Partie das erste Overtime Endspiel in der Geschichte. Baltimore gewann es mit 23:17.

Baltimores Helden wiederholten 1959 diesen Erfolg, wieder gegen die Giants, aber danach fiel das Team wieder ins Mittelmaß zurück.

1964 holten sie noch mal den Divisionstitel, verloren aber das Championship Game gegen Cleveland. Immer noch führte Unitas seine Truppen, als die Colts unter ihrem neuen Head Coach Don Shula ihren ersten Super Bowl erreichten. Da Unitas verletzt war, startete Earl Morrall das Spiel, das Baltimore als haushoher Favorit überraschend gegen die Jets mit 16:13 verlor. Das war 1969, und ein Jahr später kam Baltimore in die Gruppe der Jets.

Durch den Zusammenschluß von AFL und NFL wurde eine Umgruppierung nötig, in deren Verlauf Baltimore, Pittsburgh und Cleveland von der NFL in die AFL wechselten. Pech für die NFL, denn in diesem Jahr marschierten die Colts den ganzen Weg, und sie gewannen für die AFL den Super Bowl gegen Dallas.

Shula ging von den Colts zu den Dolphins, und Cowboys und Dolphins standen sich am Ende des Jahres im Endspiel gegenüber. Miami gewann mit 21:0. Das war der Beginn einer neuen Periode der Mittelmäßigkeit für die Colts. In den 70ern landete Baltimore dreimal am Schluß der Tabelle und wurde nur einmal Divisionssieger (1977).

Das nächste Jahrzehnt wurde noch schlimmer. Einer 2-14 Saison, 1981, folgte eine Sieglose Streiksaison 1982. Zwei Jahre später dann erfolgte der Umzug nach Indiana, wo sich die Niederlagenserie fortsetzte. Kritiker benannten den Hoosier Dome in Looser Dome um.

Für Aufsehen sorgten die Colts 1987 als sie mitten in der Saison Eric Dickerson von den Rams verpflichteten. Damit glaubten sie, sich den Super Bowl gekauft zu haben. Daß dem nicht so war wissen wir mittlerweile.

Kurz nach Ende der Saison 1989 gab Dickerson bekannt, daß er die Nase vom Football voll habe, und seine Schuhe an den Nagel hängen werde. Aus der Traum. Oder doch nicht ? Denn wieder sorgten die Colts für Aufsehen, als sie den unerfahrenen Juniorquarterback Jeff George für sechs Jahre unter Vertrag nahmen, für die Phantasiesumme von $15.000.000. Wenn man jetzt vernünftig prognostiziert, wie die Zukunft für die Fohlen aussieht, dann sieht man einen langen, dunklen Tunnel. Und so war es ja auch, bis zur Saison 1995.

Was in jenem Jahr geschah, war unglaublich. Die Fans erlebten ein Colts Team, das seine Gegner beherrschte. Head Coach Ted Marchibroda verblüffte alle Experten mit dem, was er aus den Punktelieferanten der Vorjahre gemacht hatte. Zum Beispiel gab er Jeff George an die Falcons ab, und holte für einige Millionen Quarterback Craig Erickson aus Tampa Bay, um dann den billigeren Jim Harbaugh aus Chicago starten zu lassen. Und Harbaugh wuchs förmlich über sich hinaus. Mit 100,7 Quarterback Wertungspunkten war er der mit weitem Abstand beste Passer der Liga.

Zum Beispiel hatte er einen Klasse Ersatzmann für Running Back Marshall Faulk, der lange verletzt pausieren mußte. Roosevelt Potts lief 65 mal für 309 Yards, bei einem Durchschnitt von 4,8 Yards pro Lauf. Und die Verteidigung - Allein Eugene Daniel trug 3 Interceptions für 142 Yards und einen Touchdown zurück. So kam es, daß die Colts erst in der letzten Sekunde des AFC Endspiels von den Steelers gestoppt wurden.

Ob sie diese Leistung in den nächsten Jahren würden wiederholen können?

Nein!

Ein Trainerwechsel nach der katastrophalen 3-13 Saison 1997 war fällig. Ob allerdings der „neue“ Mann es bringen würde, durfte angezweifelt werden. Jim Mora hatte in New Orleans 11 Jahre Zeit etwas aus den Saints zu machen, er schaffte es nicht. Jetzt sollte er die Colts klar machen zum Gefecht. Au weiahhhh.

Mora war 1996 bei den Saints gefeuert worden und kommentierte 1997 die Spiele für einen Fernsehsender.

1998 gab es keine Überraschungen. Mora gewann nur drei Spiele, typisch für ihn, denn selten gewann er mit den Saints mehr Spiele in einem Jahr.

Während der gesamten Saison setzte er auf Peyton Manning, Sohn des großen Archie Manning, und das war kein Fehler. Learning by doing, und Manning lernte. Das Potential war da, der Feinschliff fehlte.

1999 dann leitete er den Untergang der Colts ein, so meinte man. Marshall Faulk, einer der besten Running Backs der Liga, mochte nicht mehr für die Colts spielen. Zwar spielte Faulk immer nur sporadisch, weil er sehr oft verletzt war, aber wenn er spielte, machte er seine Sache gut. Dieser Mann wurde jetzt an die Rams abgegeben.

Ein toller Deal für beide Seiten.

Edgerrin James, sein Nachfolger, wurde zum Rookie des Jahres mit 1.553 Yards. Faulk rannte in St. Louis zum Rekordhalter der Kategorie Gesamtyards.

Peyton Manning und Edgerrin James halfen Jim Mora zu einem Wunder. 3-13 Siege 1998 gegen 13-3 Siege 1999, das war ein „Turnaround“, wie es Faulk und seine Rams in St. Louis auch vollbrachten. Die Colts zogen in die Playoffs ein und hatten in den Wild Cards sogar spielfrei. Doch in der Divisional Runde war Schluß. Gegen Tennessee gab es eine knappe 16:19 Niederlage.

Kein Grund, Trübsal zu blasen. Die Colts hatten ein junges, hungriges Team mit einer tollen Zukunft.

Allerdings konnten sie in der Saison 2000 nur 10 Spiele gewinnen. Das reichte zum zweiten Platz in der Division hinter Miami und zum Einzug in die Playoffs.

Hier führte der Weg im Wild Card Spiel nach Miami und die Dolphins blieben in der Verlängerung knapp mit 23:17 Sieger.

Jetzt stand Jim Mora unter Druck, denn Irsay verlangte mehr mit diesem talentierten Team - VIEL mehr!

Und das bekam er nicht. Völlig versagt auf der ganzen Linie, unter diese Überschrift könnte man die Saison 2001 setzen.

Nur sechs Spiele konnten die Colts gewinnen, wobei beide Mannschaftsteile gleichermaßen versagten. Die Offense, auf der eigentlich alle Hoffnungen ruhten, spielte weit unter ihren Fähigkeiten und die Defense war von der Stärke her nicht in der Lage die Gegner ausreichend in Schach zu halten.

So heißt dann auch der Head Coach in der Saison 2002 nicht mehr Jim Mora, der der älteste aktive Head Coach der Liga war, sonder Tony Dungy.

Dungy kam von den Buccaneers, die er zwar erfolgreich zu einem Playoffteam machen konnte, aber nicht zu einem Team, das den ganzen Weg hätte gehen können.

Mit Dungy wurde in Indianapolis natürlich ein Auge auf die Defense geworfen, die, ordentlich verstärkt, die Offense sollte entlasten können.

Aber wie das halt so war, bei Tony Dungy, er wußte nicht mit der Offense umzugehen. Hier war in der Saison 2002 ordentlich Sand im Getriebe. Das Laufspiel ging so und das Paßspiel war nicht erhebend.

Allerdings gelang es der Defense das Team in die Playoffs zu bringen, nachdem die Colts in der neuen AFC South hinter Tennessee zweiter wurden. Hinter Indianapolis landeten Jacksonville auf Platz drei und Houston auf Platz vier, also nicht gerade die Creme der NFL Teams, die da abgehängt wurden.

In den Wild Cards kam es dann zum Debakel, das zeigte, wie schlecht die Colts doch in Wirklichkeit drauf waren, 00:41 setzte es Prügel von den Jets.

Beharrlich und stetig ging es seitdem Aufwärts mit den Colts.

Super Bowl 41 gehörte ihnen und ihrem Superstar, Quarterback Payton Manning. Gegen ein Bears Team, das es erstaunlicherweise ins Spiel der Spiele geschafft hatte, gewannen sie 29:17.

In der Saison 2007 gingen sie als Riesenfavorit ins Divisionalplayoffspiel gegen die Chargers. San Diego aber bezwang den Favoriten mit 28:24.

2008 stand unter einem sehr unglücklichen Stern. Peyton Manning konnte wegen einer Verletzung nicht an den Saisonvorbereitungen teilnehmen und das merkte man. So ungenau, wie in den ersten 5-6 Saisonspielen, waren seine Pässe vorher nie gekommen.
Zudem fehlte sein Center Jeff Saturday in den ersten Spielen, was nicht zur Sicherheit Peytons beitrug.

Trotz dieser Widrigkeiten kämpften sich die Colts in die Playoffs. In der Saison landeten sie überraschend hinter den Titans und mussten als Wild Card Team nach... San Diego.
Die Chargers hatten es gerademal so als 8-8 Team in der erschreckend schwachen AFC West zum Gruppensieger geschafft, aber für Indi waren sie schon wieder die Endstation. San Diego gewann 23:17 nach Verlängerung.

Nach der Saison gab Head Coach Tony Dungy bekannt, daß er aufhört.

© win-football, alle rechte vorbehalten

Vorherige Seite

Nächste Seite

 

 

rahmen-f-bild

Division: AFC South
Gegründet: 1947
Größter Erfolg bisher: Super Bowl V und XLI
gewonnen

Indianapolis

Colts

 

feldhintergrund04
feldhintergrund03

 

 

 

[Home] [Ergebnisse] [NFL News] [Statistiken] [Tabellen] [Football erklärt] [Forum] [History] [Teil 1] [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Die Teams] [NFL] [Impressum]

 


WIN-FOOTBALL Magazin © voss-multimediagruppe. Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe, auch Auszugsweise, nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung. Alle Logos und Namen sind eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Namensinhaber und urheberrechtlich geschützt. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 "Haftung für Links" - hat das Landgericht Hamburg entschieden, das man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, daß man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. In WIN-FOOTALL sind Links zu anderen Seiten im Internet gelegt. Für all diese Links gilt: Da ich keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe, distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf www.win-football.de. Dies gilt für alle auf www.win-football.de ausgebrachten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die Links führen.

 

 

winfootball2009logo

 

sb-kachel60
draftkachel60
facebook-button60
ballaustv60