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Jim Harbaugh

Jim Harbaugh - Quarterback
Geboren am 23.12.63 in Ann Arbor, Michi.
Gedraftet: In der 1. Runde 1987 von den Chicago Bears
College: Michiga

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer war 1995 der beste Quarterback im ganzen Land? Steve Young und Dan Marino rufen alle einstimmig.

Doch halt,

ich weiß es ganz genau,

von Indianapolis kam er,

der Harbaugh.

Wer hätte das gedacht. Als sich die Bears 1994 von Jim Harbaugh trennten, waren sie richtig froh diese Niete loszuwerden. Doch 1995 brachte er seine Colts bis auf einen Pass in den Super Bowl. Bis dahin hatte Harbaugh in seiner Karriere wenig überzeugt. 1987 war er nur für sechs Spiele als Ersatzquarterback gelistet. 1988 sah man ihn in acht Spielen in Action, davon in zwei als Starter. Auch wenn ihm der Durchbruch noch nicht gelang, so war er doch in jedem Fall steigerungsfähig, denn 1989 stand er schon in 12 Spielen auf dem Platz, davon in 5 als Starter.

In dieser Saison 1988 stellte er dann auch gleich einen Teamrekord der Bears auf. Er vervollständigte 62,4% seiner Pässe, soviel, wie noch nie ein Bears Quarterback zuvor, prozentual gesehen. Insgesamt wies seine Bilanz am Ende der Saison 111 Vervollständigungen bei 178 Versuchen für 1.204 Yards, 5 Touchdowns und 9 Interceptions auf.

Das Verhältnis von Touchdowns zu Interceptions kehrte sich 1990 fast um. Nur eine Schulterverletzung, die er sich in Woche 14 zuzog, hinderte ihn daran, in allen 16 Spielen zu starten. So stand er in den letzten zwei Saisonspielen und den Playoffs nur als Ersatzmann an der Seitenauslinie. In den Playoffs wurde Chicago fürchterlich von den Giants verprügelt, so daß Harbaugh seinen wohlverdienten Urlaub antreten konnte. In der Saison warf er 312 Pässe, von denen 180 trafen bei jetzt 10 Touchdowns und nur noch 6 Interceptions.

1991 wurde er dann der erste Quarterback der Chicago Bears, der alle 16 Spiele startete. Dieses Kunststück gelang zuletzt Vince Evans genau 10 Jahre zuvor, 1981. In seinen 16 Starts warf er durchschnittlich genau einen Interception pro Spiel, während er mit Versuchen und Vervollständigungen neue Bears Rekorde aufstellte. Eine Bilanz von 275 Vervollständigungen bei 478 Versuchen für 3.121 Yards, 15 Touchdowns und 16 In den Playoffs stellte er gegen Dallas auch neue Mannschaftsrekorde für die "Nachsaison" auf: 22 Vervollständigungen bei 4 Versuchen. Aber auch die daraus resultierenden 218 Yards und 1 Touchdown brachten nicht den Sieg. Im Gegenteil waren seine 2 Interceptions mitentscheidend für die Niederlage.

Obwohl er 1992 in allen 16 Spielen eingesetzt wurde, begann er nur 13 als Starter. Es waren vor allem seine Immobilität und seine mangelnde Spielübersicht, die ihn auf die Bank verbannten. Zu oft waren seine Pässe auch völlig unterworfen, was manche an der Stärke seines Arms zweifeln ließ. Am Ende des Jahres hatte er dann auch nur 202 Pässe von 358 für 2.486 Yards, 13 Touchdowns und 12 Interceptions angebracht.

1993 war es eine Verletzung an der Hand, die ihn daran hinderte alle 16 Spiele zu starten. 15 Starts brachten ihm eine Bilanz von 200 Vervollständigungen aus 325 Versuchen für 2.002 Yards, 7 Touchdowns, 11 Interceptions und die Kündigung. 35 Siege und 30 Niederlagen als Starter rissen seine Vorgesetzten nicht vom Hocker, so das diese ihn an Indianapolis abgaben. Dabei war seine Karriere Quarterbackwertung von 74,2 Punkten die drittbeste der NFL. Aber wenn die Erfolge ausbleiben hilft einem das auch nichts mehr.

In Indianapolis bescherte er den Fans wenigstens ein Erfolgserlebnis. Am 16.10. führte er die Colts zu ihrem ersten Sieg seit 1980 in Buffalo (Streikspiele ausgenommen). Hierbei kratze er mit einer Passvervollständigung von 81,8% am Mannschaftsrekord von Johnny Unitas 85%. Auch im Rückspiel brachte er den Colts den Sieg. Als er am 24. Dezember erst gegen Schluß eingesetzt wurde, brachte er Indianapolis noch zu einem 10:9 Sieg. Damit gewann Indianapolis auch zum ersten Mal seit 1980 wieder beide Spiele gegen die Bills.

Insgesamt startete er 1994 in neun Spielen, wobei auch das Gerücht, er wäre nicht Mobil genug, widerlegt wurde. Gegen Cleveland lief er am 25. September für 63 Yards in 4 Versuchen, inklusive eines 41 Yarders. Mit 125 Vervollständigungen aus 202 Versuchen für 1.440 Yards, 9 Touchdowns und 6 Interceptions hatte sich auch das TD zu INT Verhältnis etwas gebessert. Aber das war noch gar nichts gegen das, was die NFL Fans 1995 von Jim Harbaugh geboten bekamen.

In dieser, der 1995er Saison, erkannte man ihn nicht wieder. Er brachte es sogar zu einer Einladung nach Honolulu in den Pro Bowl. 100,7 Punkte in der Quarterbackwertung ließen ihn einen einsamen ersten Platz in der Liga einnehmen vor dem wertvollsten Spieler des Jahres, Brett Favre (Packers) und solchen Größen wie Troy Aikman (Cowboys) und Steve Young (49ers).

Damit spielte er sich in die Elite der NFL Quarterbacks und machte sich selbst zum "Franchise Spieler" der Colts. Jedes Team darf einen Spieler zu einem solchen "Franchise Spieler" machen. Andere Clubs dürfen ihn dann nicht abwerben. Eine Bilanz von 200 Vervollständigungen aus 314 Versuchen für 2.575 Yards, 17 Touchdowns und 5 Interceptions brachten die Colts in die Playoffs. Insgesamt lief Harbaugh 1995 sogar für 235 Yards in 52 Versuchen und erzielte 2 Touchdowns dabei.

Seine 100,7 Wertungspunkte machten ihn zum Mitglied in einem exklusiven Club. Nur John Brodie, Charlie Conerly, Tommy Kramer, Brian Sipe und Steve Young führten, außer ihm, die NCAA und die NFL in dieser Kategorie an.

In den Playoffs entschied erste sein letzter Pass darüber, ob Indianapolis oder Pittsburgh gegen Dallas antreten durfte. 20:16 führten die Steelers im AFC Endspiel, als Harbaugh die Colts in neun Spielzügen 55 Yards nach vorne brachte. Ein 29 Yards Pass von ihm auf Wide Receiver Aaron Baley sah erst so aus, als wäre er vollständig gewesen. Die Schiedsrichter entschieden jedoch auf unvollständig. Die Zeitlupenaufnahme zeigte dann, daß Baley den Ball am Boden liegend aus den Händen rutschen ließ und dann wieder aufnahm. Ende des Traums. Wenn Harbaughs Leistung kein Zufall war, könnte Indianapolis dieses Kunststück wiederholen.

Es war, Gott sei Dank, kein Zufall. Zwar wurde Jim Harbaugh die ganze Saison 1996 über vom Verletzungspech verfolgt, die gesamte Mannschaft glich über weite Strecken der Saison mehr einem Lazarett, als einem Footballteam und seine Quarterbackwertung fiel um über 20 Punkte, aber wieder brachte Harbaugh die Colts in die Playoffs.

Dieses Mal reichte es allerdings nicht ins AFC Endspiel. Die Saisonbilanz wies 232 Vervollständigungen aus 405 Versuchen für 2.630 Yards, 13 Touchdowns und 11 Interceptions aus. War Harbaugh 1995 noch der beste Quarterback der Liga, reichte es 1996 nur zu einem Platz im Mittelfeld.

Schlagzeilen in 1997 konnte Harbaugh nur durch einen Schlag machen. Diesen landete er im Gesicht von Jim Kelly, der ein Spiel seiner ehemaligen Bills gegen die Colts kommentierte. Kelly, selber nur ein eher durchschnittlicher QB in seiner aktiven Zeit mit den Bills, ist jetzt TV Kommentator. In dieser Eigenschaft nannte er Harbaugh bei einer Übertragung einen weinerlichen Typen, der zu sehr an seinen kleinen Verletzungen laboriert.

Das gefiel Harbaugh nicht, und als die beiden sich zufällig gegenüberstanden, schlug er zu. Dabei brach er sich die Hand. Das gefiel wiederum seinem Head Coach nicht, der ihn auf die „Verletztenliste, die nicht Footballbedingt sind“ setzte. Das heißt, daß Harbaugh in der Zeit, in der er auf dieser Liste stand, kein Gehalt bekam.

Immerhin konnte Harbaugh 189 von 309 Pässen vervollständigen für 2.060 Yards. Allerdings sprangen dabei nur 10 TDs heraus denen auch nur 4 Interceptions gegenüberstanden, beides recht niedrige Werte.

Den Verantwortlichen in Indianapolis jedoch war klar, daß man auf die Jugend setzen mußte. Sie drafteten Peyton Manning und gaben Harbaugh an die Ravens ab.

Aber auch bei hier konnte Harbaugh nicht an die großartigen Leistungen anknüpfen, die sich doch als Eintagsfliege erwiesen. Verletzungsbedingt (Daumen und Schulter) spielte Harbaugh nur in 14 Spielen. Er beendete die Saison mit 164 vollständigen Pässen aus 293 Versuchen für 1.839 Yards, 12 Touchdowns, und 11 Interceptions.

Da Jim Harbaugh die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllte, gab Baltimore ihn an ein anderes Team ab, das sich viel von ihm versprach, San Diego.

Die Chargers erwarteten viel von dem Mann, der seine Teams immerhin sechsmal in die Playoffs führen konnte. Aber es zeigte sich, daß auch die Hoffnungen der Chargers nicht erfüllt werden konnten.

In 14 Einsätzen in der Saison 1999 für San Diego brachte er 249 seiner 434 Pässe an, für 2.761 Yards. Mit 14 Interceptions übertraf er allerdings seine 10 Touchdown Pässe ganz locker.

Die Chargers setzten auch 2000 noch auf Harbaugh, allerdings nur sieben Spiele lang, bevor sie ihn aufgaben. Auch in diesen sieben Spielen hatte er mit 10 Interceptions schon wieder zwei mehr als Touchdowns geworfen.

In der Saison 2001 war Jim Harbaugh noch als Ersatzmann bei den Carolina Panthers gelistet, kam aber nicht zum Einsatz.

So ging seine Karriere so unbemerkt Zuende, wie sie begonnen hatte.

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