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Lions-qb0102Die Lions wurden 1930 in Portsmouth, Ohio, unter dem Namen Spartans, ins Leben gerufen. Als George Richards 1934 den Club kaufte, verlegte er ihn in eine größere Stadt und nannte ihn Lions.

1935 gewannen die Lions ihren ersten NFL Titel, mit einem 26:7 Sieg über die Giants. Das Team blieb eine Kraft in den nächsten Jahren, und es entwickelten sich Rivalitäten mit Green Bay und Chicago.

1939 verkaufte Richards den Club, weil er von der Liga verdonnert wurde, da er verbotenerweise einen Collegespieler eingesetzt hatte. Prompt fielen die Lions in ein Loch, und 1942 konnten sie nicht ein einziges Spiel gewinnen.

Die Wende kam 1951 mit dem neuen Head Coach Buddy Parker. Die glorreichen Jahre brachen an. Von 1952-54 erreichten die Lions jeweils das NFL Endspiel. Der Gegner hieß jedesmal Cleveland. Detroit gewann die ersten beiden Spiele und verlor das letzte. Kein Team war jemals so nahe daran, einen Meisterschafts Hattrick zu erreichen.

Ein Desaster war die Saison 1955, was zurückzuführen war auf eine Verletzung von Starquarterback Bobby Layne, und die Rücktritte einiger Leistungsträger. Als die Löwen 1956 wieder brüllten, war dieser Abschnitt vergessen. Nur knapp verpassten sie das Endspiel, das sie 1957, wieder gegen Cleveland, gewannen. Jetzt verkaufte der Vorstand Layne, und Coach Parker hatte schon vorher gekündigt. Die Folge war, daß Detroit zwar an den großen Teams dranblieb, aber einfach nicht mehr an den Green Bay Packers vorbeikam. Die Suche nach den großen alten Zeiten brach an, sie konnten aber nicht mehr gefunden werden.

Die Trainer kamen und gingen in schönster Regelmäßigkeit.

Erst 1970 erreichte Detroit wieder die Playoffs. Sie gewannen das Wild Card Spiel und verloren das nächste Spiel gegen die Dallas Cowboys mit dem ungewöhnlichen Ergebnis von 5:0.

Der nächste Höhepunkt für den Club war der Umzug in den eindrucksvollen Pontiac Silverdome, 1975. Er war im Januar 1982 Schauplatz des bis dato einzigen Super Bowls im Norden der USA.

Die Löwen machten niemals wirklich den Eindruck, als könnten sie ein großes Spiel gewinnen, aber 1983 gewannen sie die NFC Central Division. Nur ein verschossenes Field Goal, in einem dramatischen Spiel gegen San Francisco, verhinderte die Teilnahme am NFC Endspiel in diesem Jahr. Monte Clark hieß zu dieser Zeit der Head Coach, der den Erfolg nicht erhalten konnte. 1984 erzielten die Lions bloß 4-11-1 Punkte, und Clark wurde gefeuert.

Sein Nachfolger wurde Darryl Rogers, doch auch er fand kein Erfolgsrezept, den Club wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Am 22. Dezember 1988 wurde Wayne Fontes der 17. Head Coach Detroits, nachdem man Rogers im Endstadium der Saison gefeuert hatte. Fontes hatte bis zu dem Zeitpunkt die Defensive koordiniert. An ihm lag es nun, die Fans in der Motorenstadt durch viele Siege wieder in den Dome zu locken.

Eine schwierige Aufgabe. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe.

Fontes Lions waren wie Raubkatzen auf einer Achterbahn. Playoffs, letzter, Playoffs, letzter.

Niemand kann voraussagen, welches Lions Team in die Saison startet, das gute oder das miese?

Dabei war die Offense letztes Jahr das beste, was die NFL zu bieten hatte.

Einfach nur als "DIE Offense" könnte man die Detroit Lions 1995 bezeichnen.

Was die Spieler um Quarterback Scott Mitchell produzierten war einfach ein Augenschmauß.

Scott Mitchell, der uns ja noch aus der World League of American Football bekannt ist, war 1994 eigentlich noch das Sorgenkind der Lions Offense. Schlechte Vorstellungen und Verletzungen ließen ihn als Fehleinkauf erscheinen. Für viele Millionen Dollars von den Miami Dolphins in die Autostadt gewechselt, enttäuschte er hier zunächst die Fans.

Welch ein Wandel dann in der Saison 1995. Hier mischte er nun unter den Besten Quarterbacks der Liga mit.

In Brett Perriman, Anthony Carter und Herman Moore bediente er aber auch drei Wide Receiver, die jeder für sich zu den besten Receivern der Liga gehören. Dazu gesellten sich noch die Tight Ends Ron Hall und Rookie David Sloan zusammen mit einem der besten Running Backs aller Zeiten, Barry Sanders. Diese Mischung stellte das beste an Offense dar, was die NFL 1995 aufbieten konnte.

Wen sollte die gegnerische Verteidigung in Doppeldeckung nehmen? Nicht selten hatten alle drei Wide Receiver in einem Spiel jeweils über 100 Yards.

Wenn dann mit Pässen doch mal nichts ging, dann ging Barry Sanders los, der allein schon der Alptraum jeder Defense ist.

Dazu ein Scott Mitchell, der dank der Blockarbeit seiner Linespieler, genügend Zeit hatte seine möglichen Anspielstationen der Reihe nach abzuchecken. Endlich hatte er auch genügend Spielübersicht und Selbstvertrauen, ohne das es natürlich auch nicht geht.

Diese Offense hätte 1996 für wesentlich mehr Furore sorgen können. Auf jeden Fall rettete sie diesmal nicht wieder den Kopf von Wayne Fontes, da noch nicht einmal das Minimalziel erreicht wurde.

Fontes musste endlich gehen. Entsetzen darüber, wer ihn ersetzte. Es war Bobby Ross, der als Head Coach der San Diego Chargers auch nicht gerade Ruhm und Ehre erntete.

Mit viel Glück, und Dank der Unterstützung des wertvollsten Spielers der Liga 1997, erreichte Ross mit den Lions die Playoffs.

Running Back Barry Sanders hatte mit seinen 2.053 Yards den größten Anteil am Erreichen dieses Ziels. Zusammen mit Brett Favre von den Packers wurde Sanders zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt.

Quarterback Scott Mitchell war wieder nicht der Spieler, dem man die hohen Gehaltsschecks guten Gewissens aushändigte.

Gut... Detroit kam in die Playoffs, aber was würde das Team ohne Barry Sanders erreichen?

Die Playoffs!

Barry Sanders hatte die Nase voll. Er wollte nicht mehr für ein Looserteam spielen, er wollte vor Beginn des Trainingscamps nicht trainieren und er wollte sich nichts von Bobby Ross sagen lassen. Barry Sanders streikte.

Scott Mitchell wurde an Baltimore abgegeben.

Eigentlich, so sollte man annehmen, war es das für die Lions. Aber falsch! Barry Sanders wurde überhaupt nicht vermisst. Greg Hill war zwar nicht unbedingt DIE Antwort auf der Position des Running Backs, aber die Offense machte den Eindruck, als spielte sie insgesamt freier.

Quarterback Charlie Batch, auf dem die Hoffnungen der Zukunft lagen, war zwar oft verletzt, aber Gus Frerotte, der in Washington überhaupt nichts brachte, führte Detroit 1999 tatsächlich wieder in die Playoffs.

Das wars. Den Washington Redskins hatten die Lions nichts entgegenzusetzen und so war schon in den Wild Cards Endstation.

2000 und 2001 wurden von Querelen bestimmt. So gab Superstar Barry Sanders seinen Rücktritt bekannt, weil er dem Team nichts mehr zutraute.

Ein Vorstandswechsel und der komplette Austausch des Trainerstabs erwiesen sich aber auch nicht als der Weisheit letzter Schluss. Unter dem neuen Head Coach Marty Mornhinweg gewann Detroit in der Saison 2001 ganze zwei Spiele.

Munter weiter ins Verderben steuerten die Lions 2002. Mornhinweg dilettierte weiterhin an der Seitenauslinie und das Team schaffte es trotz ihm einen Sieg mehr zu erzielen, als ein Jahr zuvor.

Jetzt dämmerte es auch Matt Millen, der das Team seit 2000 als Präsident leitete, daß der Head Coach hinweg musste

Bei der Suche nach dem Head Coach für die Saison 2003 wurde man in San Francisco fündig. Die 49ers hatten gerade Steve Mariucci gefeuert, und die Lions griffen zu.

Das hätten sie aber nicht so ohne weiteres gedurft, denn die Minderheit der Farbigen in den Staaten war gerade dabei, neue Regeln in der NFL durchzusetzen. So sollte jedes Team, bevor es einen Head Coach nach Qualitäten auswählt, erst einige Farbige fragen, ob sie nicht den Job des Head Coach übernehmen möchten.

Die NFL ließ sich erpressen und stellte fortan die Einstellung rein nach Qualifikation unter Strafe. Aus diesem Grund wurden die Lions ins Hauptquartier zum Verhör einbestellt.

Vor dem Tribunal der NFL in Sachen Farbige Head Coaches hatten zu erscheinen: Der stellvertretende Vorsitzende der Lions und Ford Motor Co.'s Vorsitzender Bill Ford, der Präsident und General Manager der Lions, Matt Millen und drei weitere Vorsitzende der Lions.

Sie waren angeklagt den Job des Head Coaches an den Mann ihrer Wünsche, Steve Mariucci vergeben zu haben, ohne vorher den ein oder anderen Farbigen angehört zu haben, ob nicht lieber er den Job wolle.

In einer stundenlangen Befragung hatten diese Herren zu erklären, was sie dazu bewogen hat, die Rechte der Minderheiten so mit Füßen zu treten.

Die Antworten fielen wohl nicht so aus, wie sich die Herren Inquisitoren sich das vorgestellt hatten. Dan Rooney, der Vorsitzende des Tribunals, stellte abschließend eine Verfehlung der Angeklagten fest. Daraufhin schrien die Herren Gene Upshaw, der Direktor der NFL Spielergewerkschaft, Rev. Jesse Jackson und die Anwälte Cyrus Mehri and Johnnie Cochran Jr. natürlich nach einer harten Bestrafung des Clubs.

General Manager Matt Millen musste eine empfindliche Geldstrafe von $200.000 zahlen, blieb dem Club aber, leider, erhalten. Seit er das Sagen über die Lions hat, ist das Team eines der schlechtesten der Liga. Die Familie Ford jedenfalls, denen die Lions gehört, trat an, diese Farce als das zu benennen, was sie ist, als Heuchelei. Das Urteil gegen Millen sei mehr als unfair, da er eine einwandfreie Reputation habe und der letzte sei, der rassistisch motivierte Entscheidungen treffe.

Vielleicht hatten die Lions, respektive Matt Millen, das Spiel auch nur noch nicht ganz durchschaut. Die Cowboys zum Beispiel haben erst kurz mit Dennis Green telefoniert, bevor sie Bill Parcells verpflichteten. Die 49ers machten das Gleiche mit Ted Cottrell und Greg Blanche und verpflichteten dann Dennis Erickson.

Ihnen kann kein Minoritätenverband etwas vorwerfen. So sind die Regeln.

„Wenn Du lange genug in der Liga bist, überrascht Dich nichts mehr,“ Ford Jrs. abschließender Kommentar zu dieser ganzen Idiotie.

Und das ganze Theater um Mariucci, der in den ersten 11 Spielen eine Bilanz von 4-7 erwirtschaftete und deshalb nach dem 11. Spieltag gefeuert wurde.

Millen machte Defensive Line Coach Dick Jauron zum Interimstrainer bis zum Saisonende

An Millen jedenfalls kann man die miese Zeit des Teams festmachen. In seiner ersten drei Jahren als Chef der Lions hatte das Team eine Bilanz von 9 Siegen und 38 Niederlagen.

Besserung ist in naher Zukunft nicht zu erwarten.

Und die kam auch 2007 und 2008 nicht.

Die Saison 2008 war eine Rekordsaison für die Lions. Sie waren das erste Team der NFL, das alle 16 Saisonspiele verlor.
Dieser Rekord, den keiner haben will, sorgte endlich dafür, daß Matt Millen gefeuert wurde. Mitten in der Saison kam die erlösende Meldung, daß die Zeit des schlechtesten General Managers, den die NFL je sah, vorbei war.

Auch Head Coch Rod Marinelli, der seit 2007 das Team betreute, stolperte über die sieglose Saison und wurde von Jim Schwartz ersetzt. Schwartz hat als Defensive Coach bei den Ravens und den Titans gearbeitet und ist der Jubiläumscoach, die Nr. 25, bei den Lions.

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Division: NFC North
Gegründet: 1930
Größter Erfolg bisher: Einige NFL Titel in früherer Zeit

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