rahmen-links
cow-mark-1-cl

Smith0302Seit der Gründung der Cowboys durch Clint Murchinson jr. und Bedford Wynne, 1960, war die professionelle Arbeit der Cowboy Organisation ein Vorbild für den Rest der Liga.

Das Stichwort hieß „Beständigkeit“. General Manager Tex Schramm, Personalchef Gil Brandt und Head Coach Tom Landry waren von Beginn an dabei.

Die Cowboys waren die ersten, die Computer zur Spielersuche einsetzten. Das Ergebnis war, daß sie ein siegreiches Team zusammengestellt hatten, dem ganz Amerika zu Füßen lag. 40% aller verkaufter NFL Souvenirartikel trugen das Emblem der Cowboys.

Nach ihren ersten fünf schmerzlichen Saisons, von denen die stärkste 1965 mit 7-7 Punkten endete, hatte der Club bis 1985 keine negative Saison gehabt. In diesen zwanzig Jahren haben sie nur zweimal nicht an den Playoffs teilgenommen. Zehnmal standen sie im NFC Endspiel, fünfmal im Super Bowl, den sie zweimal gewannen. Bei den drei Super Bowl Niederlagen schien der Austragungsort entscheidend zu sein, denn alle Spiele wurden in Miamis Orange Bowl verloren. Das erste gegen Baltimore durch ein 52 Yards Field Goal von Jim O'Brien fünf Sekunden vor Spielende. Die nächsten beiden jeweils gegen die Pittsburgh Steelers.

Die beiden Dynastien der Siebziger trafen sich 1976 und 79 in Miami. Dallas Quarterback Roger Staubach wurde 1976 im letzten Spielzug bei einem Pass in die Endzone intercepted, während 14 Punkte in den letzten 2 ½ Minuten 1979 nicht zum Sieg reichten. Beide Spiele waren Pingpong Schlachten, die Pittsburgh jeweils nur mit vier Punkten Vorsprung gewann.

Auch die beiden Super Bowl Siege von Dallas kamen in einer Stadt, in New Orleans. Ein starkes Laufspiel von 252 Yards erlaubte den Cowboys 1972 die Miami Dolphins mit 24:3 zu überrollen. 1978 kamen die Denver Broncos mit 27:10 unter die Räder. Hier war es eine Sternstunde der Defense, die Dallas den Sieg brachte. Vier gegnerische Fumbles konnten erobert werden, hinzu kamen nochmals vier abgefangene Pässe. Zum MVP wurden zwei Verteidiger dieser Abwehr ernannt, Defensive Tackle Randy White und Defensive End Harvey Martin. Sie waren die ersten Spieler, die sich diesen Titel teilen mussten.

Die Cowboys stellen auch den einzigen Spieler, der aus dem Verliererteam zum MVP gewählt wurde. Linebacker Chuck Howley wurde diese Ehre in Super Bowl V zu teil.

An ihrem hohen Standard gemessen, wurden die Achtziger Jahre zu einer einzigen Enttäuschung für Dallas. Nach fünf „Super-Sonntagen“ im letzten Jahrzehnt, reichte es 1980-82 nur jeweils zur Teilnahme am NFC Endspiel. 1980 verlor man mit 20:7 gegen Philadelphia. 1981 brachte „The Catch“ von Dwight Clark den 28:27 Sieg für San Francisco, und 1982 hieß der Sieger Washington mit 31:17.

Eine unaufhaltsame Talfahrt begann für Tom Landry und sein Team, die Ende 1988 zum Verkauf des Clubs führte.

Jetzt begann eine neue Ära für das Team der stolzen texanischen Stadt. Jerry Jones ist der Mann, dem die Rechte an den Cowboys etliche Millionen Dollar wert waren. . Er entließ sofort den gesamten Vorstand, der bis dato richtungsweisend in der NFL war, und er feuerte Tom Landry, auf eine unfaire, unmenschliche Art. Doch so ist das Profigeschäft in der NFL.

An Stelle Landrys setzte er seinen Freund aus früheren Collegezeiten, Jimmy Johnson, ein. Dieser hatte bis dahin nur die kleinen Jungs im College von Miami trainiert, und entsprechend fiel seine erste Saison in der Liga der gestandenen Männer aus. 1-15 Punkte sind eine Bilanz, die man aus den Büchern streichen sollte. Wie lange wird sein Freund Jones mit ihm unter diesem Aspekt Geduld haben ? Wie wird es weitergehen mit dem einstmals so großen Club ? Die Antwort war eindeutig und brachial.

Dallas durchlitt nur noch eine weitere katastrophale Saison, bevor die Playoffs und dann der Super Bowl erreicht wurden.

Im Januar 1993 gewann Dallas seinen ersten Super Bowl unter „JJJJ“, den dritten insgesamt.

Und weil es so schön war, gewannen die Cowboys 1994 den zweiten Super Bowl in Folge unter dem neuen Traumgespann, nur - das war gleichzeitig auch das Ende dieses Traumteams.

Jerry Jones war eifersüchtig auf seinen Head Coach, weil die Presse alle Siegeslorbeeren Jimmy Johnson zuschrieb. Jones war für sie der Mann im Hintergrund - im Schatten. Das ertrug sein Ego nicht und Johnson war gefeuert.

Die Liga atmete auf, da der Ersatz für Johnson, Barry Switzer, auch nur als Head Coach der kleinen Jungs vom College bekannt war. Zwar führte er die Oklahoma Sooners zu Ruhm und Ehren, aber dabei soll es so unsauber zugegangen sein, daß die College Liga Switzer suspendierte.

In Dallas aber machte Barry Switzer eines richtig,... er ließ die Cowboys ihren Stil weiterspielen. Er versuchte nicht dem Team seinen Stempel aufzudrücken, sondern er handelte nach dem Motto: „Never change a winning stile“.

Da die Entlassung Johnsons eine Menge Unruhe und Unmut in die Mannschaft getragen hatte, war das genau der richtige Weg, die Spieler zu beruhigen.

Dennoch legte Dallas im ersten Jahr unter Switzer eine Super Bowl Pause ein, und ließ die Rivalen aus San Francisco nochmals ran. 1996 aber gewannen auch die Cowboys, genau wie die Niners zuvor, ihren fünften Super Bowl bei der Rekordmarke von ACHT Teilnahmen.

Die Saison 1996 war eine einzige Katastrophe. Auf dem Feld sorgten die Cowboys für weniger Schlagzeilen, als ausserhalb. Michael Irvin war die ersten fünf Spiele gesperrt, wegen Drogenmissbrauchs. Jay Novacek fiel aus, wegen einer Rückenverletzung, ebenso wie Charles Haley. Beide haben mittlerweile mit dem Football aufgehört.

Top Defensive Lineman Leon Lett musste 13 Spiele wegen Drogenmissbrauchs aussetzen.

Auf Michael Irvin wurde später noch ein Mordanschlag verübt, und es wurde ihm eine Klage wegen Sexueller Belästigung angehangen. Das Ganze ging soweit, daß Troy Aikman nicht mehr für das Team spielen wollte.

Zwar erreichte man die Playoffs, aber hier war gegen die Carolina Panthers Endstation.

Aber die Kuhjungs mussten eine noch schlimmere Durststrecke durchwandern. Die Saison 1997 war schwerlich zu unterbieten. Es begann mit einer Draft, die den Head Coach Barry Switzer überhaupt nicht interessierte. Als alle andere Head Coaches daran gingen sie die zu draftenden Spieler anzusehen und aufzulisten, ging Switzer zu einem Golfmatch.

Teamsprecher Troy Aikman übte an diesem Verhalten harsche Kritik, doch Switzer ließ das kalt.

Dann ließ sich Switzer mit einer geladenen Pistole in einem Flughafen erwischen, für die er keinen Waffenschein vorweisen konnte.

Das Team dankte das Desinteresse seines Trainers mit den entsprechenden Leistungen. Quarterback Troy Aikman war der einzige Spieler, der wenigstens versuchte, gut zu spielen. Die anderen Leistungsträger der Offense, Michael Irvin und Emmitt Smith, spulten lediglich ihr Programm ab, um nach den Spielen die Schecks in Empfang nehmen zu können.

So kam Dallas noch nicht einmal in die Playoffs, und Barry Switzer wurde gefeuert.

ABER... sooooo schlecht war Dallas dann doch nicht. Sie verloren satte 10 Spiele, aber davon 6 mit 7 oder weniger Punkten; eins in der Verlängerung eines Spiels, das sie hätten gewinnen müssen; und drei sogar mit weniger als 3 Punkten Unterschied.

Der neue Head Coach Chan Galey, ein ernsthafter Arbeiter, hatte also etwas, worauf er aufbauen konnte. Aber er war nicht in der Lage, etwas daraus zu machen. Zugegeben hatte er eine Verletztenliste aus der man ein All-Star Team hätte bilden können, doch das alleine als Entschuldigung anzuführen wäre zu einfach.

Dallas versagte einfach völlig in der Offense, besonders in der Redzone, also der Zone innerhalb der letzten 20 Yards zur gegnerischen Endzone. Das war schon 1998 so und das wurde noch schlimmer 1999. Zu spät trennte Gailey sich von Kicker Richie Cunningham, der zu viele Field Goals verschoss. Eine tödliche Schwäche bei den Problemen, die die Offense hatte.

Sowohl 1998 als auch 1999 erreichte Dallas mit Ach und Krach die Playoffs, nur um jeweils in der ersten Runde rauszufliegen.

Da wunderte es nicht, daß die Cowboys in die Saison 2000 mit einem neuen Head Coach gingen, da Gaileys Zeit abgelaufen war. Er wurde gefeuert, zwei Tage nach der Niederlage in den Wild Cards gegen die Vikings.

Chan Gailey wurde damit zum ersten Head Coach der Dallas Cowboys, der mit diesem Team keinen Super Bowl gewinnen konnte.

Viel Aufbauarbeit lag vor dem neuen Head Coach, Dave Campo. Der 52-jährige stand bereits seit 11 Jahren in Diensten der Cowboys und Besitzer Jerry Jones hielt ihn für den geeigneten Mann, der fünfte Head Coach der Cowboys in 40 Jahren zu werden und der vierte in acht Jahren.

Doch seine Auftaktsaison stand unter einem schlechten Stern. Quarterback Troy Aikman wurde sooft hart gehittet, daß er kaum eingesetzt werden konnte.

Am Ende der Saison landeten die Cowboys mit 5 Siegen und 11 Niederlagen nur noch vor den Cardinals in der NFC East.

Mittlerweile hat Aikman seine Footballschuhe an den Nagel gehangen. Ein Ersatzmann ist noch nicht gefunden und so verwundert es wohl nicht, daß die Cowboys grundsolider Gruppenletzter in der Saison 2001 wurden.

Auch vor Beginn der Saison 2002 dämmerte es Clubbesitzer Jerry Jones nicht, daß Campo kein NFL Head Coach war.

Unverdrossen und mit offenen Augen führte er sein Eigentum in ein weiteres Desaster.

Campo setzte zum Saisonstart auf den Farbigen Quincy Carter als Quarterback. In Woche sieben dann wurde Chad Hutchinson als Starter eingesetzt. Beide spielten mehr schlecht als recht.

So blieb in all diesen negativen Zeiten Emmitt Smith DAS Highlight. Am 27. 10. 2002 war es soweit... an diesem Tag wurde Geschichte geschrieben.

17:14 unterlagen die Dallas Cowboys im eigenen Stadion gegen die Seattle Seahawks, doch war das Ergebnis am Ende nur Nebensache. Cowboys Running Back Emmitt Smith durchbrach den Fabelrekord von Walter Payton (er verstarb 1999) und wurde der NFL Running Back, mit den meisten erlaufenen Yards.

In seiner 13. Saison machte Smith das Unmögliche möglich und lief buchstäblich an Paytons, ebenfalls in 13. Spielzeiten aufgestellten, Rekord vorbei. Mit 16.743 erlaufen Yards (Walter Payton: 16.726 Yards) ist Smith nun erfolgreichster Running Back der NFL-Geschichte. Zwar konnte Emmitt Smith die Niederlage der Cowboys trotz seiner 109 Yards und eines Touchdowns nicht abwenden, doch wird dies seine Freude über den Rekord nur geringfügig geschmälert haben. "Heute ist ein besonderer Tag für mich, meine Familie und die Familie von Walter Payton. Er war es, der mich zu dem machte, was ich heute bin. Ohne ihn wäre ich nie so weit gekommen. Ich bin überglücklich," so der 33 jährige nach dem Spiel.

 ...

Nach der Saison hatte es dann auch Jerry Jones endlich gespannt. Nach nur fünf Siegen und einem weiteren grundsoliden letzten Platz in der NFC West zeigte er Dave Campo ganz höflich, wo der Pfeffer wächst. Damit nicht genug, gelang ihm mit der Wahl von Campos Nachfolger ein vermeintlicher Clou. Er verpflichtete Bill Parcells, der 1987 und 1991 mit den Giants den Super Bowl gewinnen konnte.

Parcells hatte zwar schon des Öfteren dem Coaching Lebewohl gesagt, aber mit den Cowboys wollte er es noch mal versuchen.

Hätte er es doch nur gelassen. Die Zeit war an Parcells vorbeigelaufen, und der alternde Chef kam nicht mehr hinterher. Seine Zeit war um, doch das erkannte er erst in der Saison 2006. Nach vier recht erfolglosen Saisons agierte Parcells in seiner wohl wirklich letzten Saison als Head Coach, Emotions- und Lustlos. Fehler seiner Spieler, für die er sie früher aus dem Stadion gebrüllt hatte, nahm er jetzt hin, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Es waren vier überflüssige Jahre in der Ära der Cowboys, aber die Zeit der Leiden ist noch lange nicht vorbei. Als Ersatz für den gescheiterten Parcells verpflichtete Jerry Jones im Januar 2007 Wade Phillips, der ja nun schon überall versagt hat, wo er als Head Coach verantwortlich war.

Sein erstes Jahr in Dallas absolvierte er allerdings mit Bravour. Mit 13 Siegen und 3 Niederlagen gewann Dallas souverän die NFC East. In den Playoffs hatten sie in der ersten Runde spielfrei und trafen dann auf die Giants, gegen die sie in der Saison zweimal gewonnen hatten.

ABER, Dallas versagt in den Playoffs. Hier wurden 10 Spiele in Folge verloren, so auch dieses gegen die Giants. New York gewann mit 24:17 und der Fluch lebt weiter.

In der Saison 2008 kam dann der wahre Wade Phillips zum Vorschein. Der unfähige Head Coach schaffte es nicht, die Cowboys in die Playoffs zu führen. Zugegeben machte ihm eine Verletzung von Quarterback Tony Romo diese Aufgabe nicht gerade leicht, aber wenn Phillips irgendetwas taugen würde, hätte er es schaffen können.
Zwar hatten die Cowboys und die Eagles beide neun Siege, aber Philadelphia hatte eine Niederlage weniger, durch ein Unentschieden, und das war der Unterschie zu deren Gunsten.

© win-football, alle rechte vorbehalten

Vorherige Seite

Nächste Seite

 

 

rahmen-f-bild

Division: NFC East
Gegründet: 1960
Größter Erfolg bisher: Super Bowl VI, XII, XXVII,
XXVIII und XXX gewonnen

Dallas Cowboys

 

feldhintergrund04
feldhintergrund03

 

 

 

[Home] [Ergebnisse] [NFL News] [Statistiken] [Tabellen] [Football erklärt] [Forum] [History] [Teil 1] [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Die Teams] [NFL] [Impressum]

 


WIN-FOOTBALL Magazin © voss-multimediagruppe. Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe, auch Auszugsweise, nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung. Alle Logos und Namen sind eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Namensinhaber und urheberrechtlich geschützt. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 "Haftung für Links" - hat das Landgericht Hamburg entschieden, das man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, daß man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. In WIN-FOOTALL sind Links zu anderen Seiten im Internet gelegt. Für all diese Links gilt: Da ich keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe, distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf www.win-football.de. Dies gilt für alle auf www.win-football.de ausgebrachten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die Links führen.

 

 

winfootball2009logo

 

sb-kachel60
draftkachel60
facebook-button60
ballaustv60