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cincititel02Es ist niemals leicht für ein neues Team, in der NFL zu starten, selbst wenn der legendäre Paul Brown Mitbesitzer, General Manager und Head Coach ist.

Als Teil des Zusammenschlußabkommens mit der NFL, vergab die AFL 1966 eine Clublizenz an die Stadt Cincinnati. Am 24. Mai 1967 wurden die Bengals gegründet, und ihr erstes Ligaspiel trugen sie im Jahr darauf aus. Zuerst spielten sie ziemlich erfolglos, aber im ersten Jahr des Zusammenschlusses der beiden Ligen, 1970, erreichten die Bengals 8-6 Punkte, und sie wurden die ersten Meister der AFC Central. In den Playoffs unterlagen sie dem späteren Super Bowl Champion Baltimore mit 17:0, aber die Saison war dennoch ein Triumph für Brown und seine Spieler.

Nach diesem Auftakt war das nächste Jahr mit 4-10 Punkten eine bittere Pille. Brown änderte das ganze Team um. 1973 löste er das Quarterback Problem für das nächste Jahrzehnt mit der Einberufung von Ken Anderson.

Wieder endete die Saison mit einer Playoffniederlage gegen den späteren Weltmeister, diesmal die Dolphins, die 34:16 gewannen.

In der Saison 1975 kamen die Bengals nur in die Wild Cards, wo sie gegen Oakland verloren. Nach diesem Spiel hörte Paul Brown als Trainer auf und konzentrierte sich nur noch auf seine Büroarbeit.

1980 wurde Forrest Gregg der vierte Head Coach der Bengals. Er übernahm eine Mannschaft, die zwei 4-12 Saisons in Folge hinter sich hatte. In seinem ersten Jahr konnte der große Tackle der alten Lombardi Packers sein Team nur auf 6-10 Punkte verbessern, aber 1981 wurde das beste Jahr in der Vereinsgeschichte. Am Ende der Saison hatte Cinci 12-4 Punkte, den besten Punktestand in der AFC. Angeführt von ihrem All-Pro Quarterback Ken Anderson führten die Bengals einen Luftzirkus auf. Tight End Dan Ross stellte mit 71 gefangenen Pässen einen neuen Clubrekord auf, während Rookie Chris Collinsworth mit 67 Passempfängen explosionsartig auf der Szene erschien.

Buffalo wurde das allererste Opfer Cincinnatis in den Playoffs, sie unterlagen mit 28:21. Dann kamen die Chargers, ein weiteres Luftkampf-Team, nach Cinci, das im Winter kein warmer Ort ist. Die Temperatur betrug 59° unter Null, und San Diegos Luftwaffe musste am Boden bleiben.

Die Bengalmaniacs hatten zwei Gründe zum Feiern. Erstens ihren 27:7 Sieg, der ihnen ihre erste Super Bowl Teilnahme sicherte, und zweitens, daß dieses Spiel im warmen Pontiac Silverdome stattfand.

Es war ein enttäuschender Tag für die Bengals. Nachdem sie den 49ers eine 20:0 Halbzeitführung erlaubt hatten, stürmten sie in der zweiten Hälfte drauflos. Ein Goal Line Stand San Franciscos brachte die Entscheidung. Cincinnati hatte einen vierten Versuch an der Eins der 49ers, und die Touchdown Maschine Pete Johnson bekam den Ball. Aber jetzt, wo es soviel bedeutete, bekam er den Ball nicht in die Endzone. San Francisco gewann 26:21.

Forrest Gregg kündigte am Ende der Saison 1983, nachdem er keine weiteren Erfolge hatte erzielen können, und ging nach Green Bay. Er wurde ersetzt von Sam Wyche, der ein Schüler von Bill Walsh war.

Wyche gegen Walsh, Bengals gegen 49ers, so lautete die Paarung in einem der wohl besten Super Bowls aller Zeiten. Beinahe hätte der Schüler seinen Lehrer besiegen können, aber Bill Walsh hatte Joe Montana in seinem Waffenarsenal, und so musste sich Sam Wyche in Super Bowl XXIII mit 20:16 geschlagen geben.

Noch ein Jahr vor diesem Super Bowl Auftritt in 1989, waren die Bengals auf dem letzten Platz in ihrer Division gelandet. Jeder dachte, das sei das Ende von Sam Wyches Tagen in Cincinnati, doch Paul Brown hielt an ihm fest.

In der Saison 1989 verhinderte erst eine Niederlage gegen die Vikings, im letzten Monday Night Spiel, eine erneute Play-off-Teilnahme.

Als Wyche dann von den Buccaneers abgeworben wurde, übernahm der Sohn des legendären Don Shula, Dave, die Raubkatzen. Er war der jüngste Head Coach der NFL mit 37 Jahren.

Ausser Dave Shula und seinem Vater Don gab es in der ganzen Geschichte der NFL nur noch ein Vater Sohn Tandem., wo beide Head Coaches in der NFL waren, Bum und Wade Phillips.

Drei Jahre leitete Dave Shula die Geschicke des Teams, das wenig Verbesserung in dieser Zeit zeigte. Er selbst bezeichnete sich als ungeduldig, musste aber aufpassen, daß seine Bosse Geduld zeigten, bei anhaltender Erfolglosigkeit.

Doch Erfolg hätte sich einstellen können, und er hatte auch einen Namen - Jeff Blake. Dieser farbige Quarterback hatte in den letzten beiden Saisons bewiesen, daß er einen akkuraten Arm hat. Etwas mehr Spielübersicht und Ruhe, und er könnte bald zu den ganz großen gehören. Auch wenn Cincinnati unter ihm viele Spiele verloren hat, war es immer schön, ihn spielen zu sehen.

Bei den Bengals hatte sich 1997 einiges verändert. Allerdings betraf das nur ihr Outfit, das sich etwas differenzierter darstellte. Die Aussichten das Team im Spielerischen betreffend waren nicht so sehr rosig. Hier konnte man das gleiche wie 1996 erwarten, und das war nicht allzu viel.

David Shula war als Head Coach von Bruce Coslet am 20. Oktober 1996 ersetzt worden. Der aber konnte schon in Cleveland nichts erreichen. Zwar gewann das Team nach dem 20. Oktober 7 Spiele und verlor nur 2, aber die Qualitäten Coslets durften dennoch angezweifelt werden.

So haderte der neue Cheftrainer denn auch bald mit seinen Stars, die 1996 noch das Team trugen. So landete Jeff Blake nach einer tollen 96er Saison nur noch auf dem 18. Platz der Quarterbacks. Sein liebster Passempfänger Carl Pickens kam gar nicht erst unter die 20 besten.

Nach diesem Tief lag eine Menge Arbeit vor Bruce Coslet, die dieser nicht bewältigen konnte.

3 Siege 13 Niederlagen 1998 und nur ein Sieg mehr 1999. Da war die Ankündigung, daß Coslet nicht gefeuert wurde mehr als erstaunlich.

Die Bengals, nur noch ein Miezekätzchen.

Bruce Coslet, Head Coach der Bengals, hatte selbst ein Einsehen. Er hatte wohl endlich kapiert, daß er diesem Posten nicht gewachsen war und schmiss die Brocken am 26. September 2000 hin.

Nachdem sein Team das dritte Spiel der neuen Saison in Folge verloren hatte, und das zweite in Folge ohne selber zu punkten, musste selbst der dümmste merken, daß dieser Schritt unausweichlich war.

Jetzt übernahm Defensive Coordinator Dick LeBeau das Team, das in dieser Saison schon 74:7 ausgepunktet wurde.

LeBeau hatte am Ende der Saison auch nur vier Siege eingefahren. Wäre die AFC East nicht die einzige sechser Gruppe der NFL, wäre er damit letzter geworden. So aber hatten die Bengals mit den Browns noch ein Team unter sich.

Das änderte sich 2001, als die Bengals letztlich unter den Browns auf dem letzten Platz der Tabelle landeten.

Erstaunen, Erschrecken, Entsetzen... Der Head Coach der Bengals in der Saison 2002 hieß immer noch Dick LeBeau. Und es handelte sich nicht nur um eine Namensgleichheit, nein, es war immer noch derselbe.

Wollte das Management der Bengals nicht gewinnen?

Fühlten sich das Team wohl als Fußabtreter der Liga?

Hatte der Vorstand gar Wetten laufen gegen das eigene Team?

Vor dem neunten Spieltag kam Head Coach LeBeau mit einer eher überraschenden Aktion: Er garantierte den ersten Saisonsieg am Wochenende in Houston gegen die Texans. Na wenn das keine Motivation darstellte, was dann? Aber... es war derselbe Coach, der schon vorher gute Vorhersagen gemacht hat, wie seine Bilanz als Coach (10 Siege und 26 Niederlagen) eindrucksvoll beweist.

- Im Trainingscamp 2001 bezeichnete er die kommende Saison als `Championship Saison`. Und wie recht er hatte: 6 Siege in einer Saison waren für die Bengals Grund zur Freude.

- Im Trainingscamp 2002 trat er im Superman Kostüm auf und rannte durch ein Banner, auf dem `Bengals Super Bowl 2002` stand.

- Als er Gus Frerotte als Starting-QB vorstellte, bezeichnete er die Anzahl der anwesenden Medienvertreter als zweitgrößte Anzahl der Saison, gleich nach dem Tag an dem die Bengals sich die Playoffs würden gesichert haben.

Doch wenn wir jetzt schon ein wenig über die Bengals lachen, dann dürfen wir einen fast entscheidenden Spielzug im Spiel gegen die Titans in Woche acht der Saison 2002 nicht vergessen: Guard Matt O´Dwyer tacklete Running Back Corey Dillon im 4. Versuch nur wenige Zentimeter vor der Endzone mit nur noch 68 Sekunden zu spielen. Das Problem: beide Spieler spielten für die Bengals...

Die Geduld des Bengals Vorstands schien unendlich, doch nach der Saison 2002 zeigten sie ihrem Head Coach doch den Weg zum Arbeitsamt. 2 Siege und 14 Niederlagen markierten den Negativrekord in der Geschichte des Clubs.

LeBeaus Nachfolger wurde Marvin Lewis, der sich als Defensive Coordinator der Ravens einen Super Bowl Ring holte.

Und Lewis war eine gute Wahl. Unter ihm lief das Team zu Playoffform auf. Wenn Quarterback Carson Palmer sich zum Ende der Saison 2005 gegen die Steelers nicht verletzt hätte, kann man davon ausgehen, daß die Bengals zumindest ins AFC Endspiel gekommen wären. So jedenfalls die einhelligen Meinung der Experten.

Aber in der Saison 2006 konnte auch ein gesunder Palmer das Team nicht in die Playoffs bringen. Im letzten Spiel gegen die Steelers hätte ein Sieg hergemusst, aber die Bengals verloren.

Die Bengals verloren auch den Kampf gegen die Kriminalität.

Nachdem in den letzten 13 Monaten neun Spieler der Bengals verhaftet wurden, hatte Bengals Präsident Mike Brown die Schnauze voll von Kriminellen.
Ab der kommenden Draft ist es egal, wie talentiert ein Spieler auch sein mag, wenn er ein Krimineller ist, dann wollen die Bengals auf ihn verzichten.
Am 26. und 27. Januar 2007 saß Wide Receiver Chris Henry im Knast, weil er Minderjährigen Alkohol einflößte und Gott weiß, was noch.
Anfang der Woche wurde der Spieler, den die Bengals 2006 zuerst einberiefen, Cornerback Jonathan Joseph, verhaftet, weil er Marihuana bei sich führte.
„Ich möchte keinen Menschen als Krebsgeschwür bezeichnen, so wie ein Richter Chris Henry bezeichnete, aber Menschen können sich ganz schön danebenbenehmen“, sagte Mike Brown der Presse.

Die Geissel Kriminalität begleitete die Bengals weiterhin. Die Saison 2007 geriet mit 7-9 zur Katastrophe, gemessen an den Möglichkeiten der Mannschaft. Ein guter Trainer hätte hier bestimmt mehr erreicht.

Nach der Saison wurde Wide Receiver Chris Henry wegen anhaltender krimmineller Aktivitäten gefeuert.

Head Coach Marvin Lewis wurde leider nicht gefeuert, und so ging es mit dem zahnlosen Tiger noch weiter nach unten. In der Saison 2008 konnten gerade mal vier Spiele gewonnen werden. Für die Verantwortlichen immer noch kein Grund den Versager Lewis zu feuern.

Nach der Saison zog zumindest Wide Receiver T.J. Houshmandzadeh für sich die Notbremse, sagte seine Meinung über den Loserclub und ging nach Seattle.

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Division: AFC North
Gegründet: 1967
Größter Erfolg bisher: Teilnahme an Super
Bowl XIV und XXIII

Cincinnati

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