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Billstitiel03Als Ralph Wilson hörte, daß eine neue Football Liga gegründet werden sollte, rief er deren geistigen Vater, Lamar Hunt, an. Er sagte ihm, daß er ein Team haben wolle, egal wo. Am 2. Oktober 1959 bekam er Buffalo.

Die Bills wurden der siebte von acht Clubs, die die erste AFL Saison im Jahr darauf austrugen. Nach ein paar unspektakulären Saisons wurde Lou Sabin Head Coach der Mannschaft. Er war ein sofortiger Erfolg. Die Bills erreichten 7-6-1 Punkte, ihre erste positive Saison. Derselbe Punktestand reichte ein Jahr später, um ein Playoffspiel gegen die Patriots zu erreichen. New England gewann 26:8.

In der nächsten Saison starteten die Bills mit neun Siegen in Folge und beendeten mit einem 20:7 Sieg über San Diego das AFL Endspiel. Am Ende der nächsten Saison hieß die Endspielpaarung wieder Bills gegen Chargers, und Buffalo gewann mit 20:0.

Lou Sabin verließ den Club, um einen Trainerposten an der Universität von Maryland anzunehmen. Sein Assistent, Joe Collier, übernahm den Job, und die Bills erfreuten sich einer weiteren erfolgreichen Saison. Erst die Niederlage im Endspiel gegen Kansas City beraubte sie einer Teilnahme am ersten AFL-NFL Endspiel, später Super Bowl I genannt.

Nach 1966 ging es mit dem Team schlagartig bergab. Erst sieben Jahre später konnten sie wieder eine positive Saison verbuchen... dazwischen waren sie einfach schlecht. 1968 und 1971 gewannen sie bloß je ein Spiel. Angesichts dieser Krise holten die Bills Sabin zurück, der sie in nur zwei Jahren wieder auf die Siegerstraße brachte. Eine große Hilfe dabei war ihm O.J. Simpson, der erste Running Back, der in einer Saison die 2.000 Yards Marke durchbrach.

Schon in der nächsten Saison stand Buffalo wieder in den Playoffs, wo sie aber nicht gegen Pittsburghs Steel Curtain ankamen und mit 32:14 verloren. 1976 verlor Sabin seinen goldenen Griff, und warf inmitten einer 2-12 Saison das Handtuch. Sein Ersatzmann, Jim Ringo, blieb nicht lange genug, um die Koffer auszupacken, und Chuck Knox übernahm die schwierige Aufgabe des Wiederaufbaus. Als erstes gab er O.J. Simpson für einige hohe Draftpicks an San Francisco ab.

1980 führte Knox das Team zu seinem bis dato einzigen Divisionstitel. Das wurde in typischem Knox-Stil erreicht, durch ein starkes Laufspiel und eine harte, kompromißlose Defense. Die Saison endete mit einer 20:14 Niederlage in San Diego.

Dem folgte eine weitere gute Saison, in der die Bills in den Playoffs gegen den späteren Super Bowl Teilnehmer, die Cincinnati Bengals, verloren. Knox verließ den Club nach der Streiksaison 1982, da er glaubte, daß die Bills nicht in der Lage wären, mit der USFL (United States Football League, eine nur 2 Jahren spielende Gegenliga zur NFL) um gute Spieler zu feilschen. Er sollte recht behalten.

1983 wurde Jim Kelly gedraftet, aber der entschied sich für das große Geld der USFL Houston Gamblers. 1984 und 85 endeten jeweils mit 2-14 Punkten für den Club, doch dann kam die Wende.

Mit der Ankunft von Jim Kelly, aus der inzwischen Pleite gegangenen USFL, und einer erstarkten Defense, waren die Männer um Coach Marv Levy (dem 3. Bills Coach in 14 Monaten) auf dem besten Weg, eine gute Adresse in der NFL zu werden.

1988 scheiterten sie wieder erst am späteren Super Bowl Teilnehmer Cincinnati, und 1989 hieß die Endstation in den Playoffs Cleveland. Nach so vielen Anläufen war es am 27. Januar 1991 endlich soweit. Zusammen mit den New York Giants bestritten sie den historischen "SILVER" Super Bowl XXV. Beide Teams mit den Amerikanischen Farben blau, rot und weiß als Teamfarben. Und auch das Spiel war einer der wenigen Super Bowls, die einem ewig im Gedächtnis bleiben.

Nur fünf Sekunden zeigte die Spieluhr noch. Beim Stand von 20:19 für die Giants trat Bills Kicker Scott Norwood zu einem 47 Yards Field Goal an. Was dann geschah ist Geschichte. Der Ball hatte die nötige Distanz, segelte aber knapp an der rechten Torstange vorbei. So knapp standen die Bills nie wieder vor einem Triumph im Spiel der Spiele. Das, obwohl sie in den kommenden Jahren noch drei Anläufe nehmen konnten.

Aber das Powerhouse der AFC hatte nie mehr auch nur den Hauch einer Chance auf einen Super Bowl Titel. Über 100 Punkte kassierten die Bills an den nächsten drei Super Sonntagen und wurden die traurigsten Gestalten, die der Football je gesehen hat.

Alternde Leistungsträger und ein ungeheurer Frust ließen für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Und so kam es, wie es kommen mußte, die Bills erreichten 1996 zwar gerade mal so die Playoffs, hier aber hieß es bereits im Wild Card Spiel gegen den Neuling aus Jacksonville "Good Bye".

Nach der Saison gab dann auch Quarterback Jim Kelly seinen Rücktritt bekannt. Er sah die Unmöglichkeit eines Super Bowl Sieges ein. Daran mochte Head Coach Marv Levy jedoch noch nicht denken, und so fuhr er Buffalo mit 69 Jahren in seine 12. aussichtslose Saison. Nur 6 Siege waren eine ausgesprochen Magere Bilanz.

1998 dann der Wechsel auf dem Posten des Head Coaches. Wade Phillips, Sohn des ehemaligen Oilers Trainers Bum Phillips, übernahm die Bills.

Außer Wade Phillips und seinem Vater Bum gab es in der ganzen Geschichte der NFL nur noch ein Vater Sohn Tandem., wo beide Head Coaches in der NFL waren, Don und Dave Shula.

Sein Glück, daß gerade der Manager von Toronto Quarterback Doug Flutie die Zeit für seinen Schützling in der NFL gekommen sah. Phillips verpflichtete Flutie als Ersatzmann für Rob Johnson. Johnson trug all die großen Erwartungen auf seinen Schultern und konnte sie nicht erfüllen.

Da war es ein Glück, daß er sich verletzte und Doug Flutie an seine Stelle trat. Flutie entzündete einen Funken in der Offense, im Team, in Buffalo. Der mit 1,78 Metern kleine Mann trumpfte auf dem Grillrost ganz groß auf. Besonders wenn er sich den Ball unter den Arm klemmte und selber loslief machte es plötzlich wieder Spaß den Bills zuzusehen.

So beliebt war Flutie in Buffalo, daß es sogar eine Frühstücksflockensorte gibt, die seinen Namen trägt.

Und Flutie seinerseits trug die Bills in der Saison 1999 beinahe Eigenhändig in die Playoffs. Es ist ganz klar, ohne Flutie wäre Buffalo nie soweit gekommen.

Um so erstaunlicher, daß Phillips im ersten Spiel gegen die Titans auf Rob Johnson als Starter setzte. Dieser Fehler kam wie ein Bumerang zurückgeflogen. Zwar wurde Johnson in der Woche zuvor zum besten AFC Spieler der Woche gewählt, doch in einem bedeutungslosen Spiel. Hier und jetzt in Tennessee versagte er und die Bills wurden von den weiteren Playoffs eliminiert.

Die Saison 2000 konnten die Bills mit 8 Siegen und 8 Niederlagen gerade so ausgeglichen gestalten.

Das war zuwenig und der Trainerstab wurde geschlossen in die Wüste geschickt.

Neuer Head Coach wurde Gregg Williams, der in den letzten 11 Jahren für die Oilers/Titans arbeitete.

Er trennte sich als erstes von Doug Flutie, was ihm in der Stadt nicht viele Freunde machte.

2001 war das Jahr, der drei Siege. Das machte Williams den Fans nicht gerade sympathischer.

Für 2002 sollten es dann schon ein paar Siege mehr sein, dachten sie sich.

Wurden es auch, nämlich deren 8. Mit dem Punktekonto von 8-8 belegten die Bills den letzten Platz in der neugeordneten AFC East... nichts, womit die Fans zufrieden gewesen wären.

Die Hilf- und Ratlosigkeit der Bills gipfelte 2006 in der erneuten Verpflichtung von Marv Levy. Der war mittlerweile satte 81 Jahre und sollte als General Manager dem Team zu großen Erfolgen verhelfen. Irgendwie kommt einem das vor, als ob Mutter Beimer Deutschlands nächstes Supermodell werden soll.

Und es kam, wie erwartet. Geholfen hat Levy den Bills nicht. Im Gegenteil, mit 7-9 verschlechterte sich die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr noch.

Sportlich bringen die Bills auch weiter nichts auf die Reihe. Einzig durch ihre Abwanderungsgedanken nach Toronto in Kanada bringen sie sich noch in die Schlagzeilen.

Wird es der Beginn einer neuen Ära?
Oder wird es nur ein Abstecher, dem allerdings ja noch einige Folgen werden?

Die Fans der Bills habe Angst, Angst ihr Team an das 90 Kilometer entfernte Toronto in Kanada zu verlieren.
Die Diskussionen um den Wechsel hören nicht auf. Auch Bills Besitzer Ralph Wilson Jr. Kann die Fans nicht überzeugen. Der 90-jährige gründete die Bills 1960, und versucht die Fans zu beruhigen, daß er keineswegs vorhabe, mit dem Club umzuziehen. „Aber alles Reden hilft ja nichts“, sagte er in einem Interview, „die Leute glauben ja doch, was sie wollen.“
Allerdings, wie lange bleibt er mit seinen 90 Jahren noch der Besitzer des Teams?

Die Zeit macht vor niemandem halt. Der mögliche Fan-Markt um Buffalo herum ist nicht sonderlich groß. 1,1 Millionen Menschen leben im Raum Buffalo, 5,1 Millionen im Raum um Toronto. Nach einem Umzug würde sich der Wert des Clubs von jetzt $885 Millionen auf mögliche eine Milliarde erhöhen.

Die Wirtschaftskraft in Buffalo sinkt seit Jahren beständig. Fabriken schließen, Leute werden arbeitslos und ziehen weg.
Toronto, die größte Stadt Kanadas, boomt, die Wirtschaftskraft wächst.

Um so schlimmer für die Fans in Buffalo, die wenigstens ihr Team haben und das wollen sie behalten.

Doch der Ruf des Geldes ist das Einzige, was zählt. Wenn man woanders mehr Fans mehr Geld aus der Tasche ziehen kann, dann haben die wenigen Fans halt Pech gehabt. Das war schon immer die Politik der NFL Teamchefs.

Die Buffalo Bills fuhren am 12.8. 2008 zwei Stunden mit dem Bus zu ihrem „Heimspiel“ nach Toronto, ein Vorbereitungsspiel gegen Pittsburgh.

In der Nacht legten sie den Grundstein zum Umzug in das Rogers Center, die zukünftige Heimat der Bills, den bisher alle Verantwortlichen, natürlich, weit von sich weisen.

Einen Hype gab es nicht gerade, als das zukünftige Team Kanadas in der Stadt ankam, aber immerhin hatten sich 25 Medienvertreter zur Ankunft eingefunden.

Bei der Pressekonferenz sah das schon anders aus. Die erinnerte mehr an einen Super Bowl, als an ein normales Vorbereitungsspiel.

Das Spiel gegen die Steelers war das erste von acht Spielen, die die Bills in den nächsten fünf Jahren in Toronto absolvieren werden.

Ralph Wilson konnte am 7.12. 2008 das erste Saisonspiel seines Teams in Toronto ansehen. Er litt zwar an einem Atemwegsvirus, und sein Arzt hatte ihm geraten, Kälte zu meiden, aber das machte in diesem Fall nichts. Das Stadion in Toronto ist überdacht und die Dolphins mussten sich als Team aus dem Süden nicht im ungewohnten Schnee mit den Bills herumschlagen. Und... Ralph Wilson konnte das Spiel im Stadion ansehen, trotz seiner Krankheit.

Gelohnt hat sich das Zusehen nicht. Die Bills erzielten in ihrem ersten Spiel in der neuen Heimat Toronto nur ein Field Goal. Viel zu wenig für die Zuschauer, die eine Menge Geld für den Eintritt bezahlten, und viel zu wenig, um die Dolphins zu schlagen.
16:3 gewann „Der Fisch“.

Nach einer weiteren Saison, die man abhaken konnte, setzen die Bills weiter auf Erfolglosigkeit und behalten Head Coach Dick Jauron.

Jauron kann in seinen drei Jahren in Buffalo keine einzige positive Saison vorweisen. Alle Saisons endeten mit 7-9 Punkten.

Sollte der 80-jährige Besitzer der Bills, Ralph Wilson langsam aber sicher den Stab an einen versierteren Chef abgeben?
 

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Division: AFC East
Gegründet: 1959
Größter Erfolg bisher: Teilnahme an Super Bowl XXV, XXVI, XXVII, XXVIII

Buffalo Bills

 

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