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Redman-chris-ravens-qb0102Was sich 1995 in Cleveland abspielte läßt sich kaum in Worte fassen.

Es war eine Tragödie, ein Skandal, ein Betrug. Es war die Geschichte eines wahnsinnigen Teambesitzers, der eine ganze Stadt in tiefe Agonie stürzte.

Die Browns konnten stets auf ihr Publikum zählen. Der "Dog Pound", wie sie sich nannten, trotzte Wind und Wetter und negativen Saisons. Nichts zählte in Cleveland mehr, als die acht Stadionbesuche an den Spieltagen der Saison. Diese Fans gehörten weltweit zu den besten und wildesten überhaupt.

Aber all das konnte Art Modell, den Besitzer des Clubs, nicht beirren. Überraschend gab er mitten in der laufenden Saison 1995 bekannt, daß er mit der Stadt Baltimore einen Vertrag abgeschlossen hätte und schon zur Saison 1996 dort spielen würde.

Entsetzen machte sich breit. Nicht nur unter den Fans in Cleveland. Kein Footballfan auf der Welt konnte diese Entscheidung verstehen.

Wenn eine Stadt wie Los Angeles plötzlich ohne Footballteam dasteht, schert das Niemanden. L.A. ist eine seelenlose Stadt, wo niemand merkt ob es ein Team gibt oder nicht.

Aber einen Traditionsclub aus einer Stadt zu entführen, deren Einwohner mit Leib und Seele an ihrem Team hängen ist hart... sehr hart. Dazu noch in eine Stadt, die schon bewiesen hat, daß sie kein NFL Team will. Immerhin verlor man 1983 die Colts die 1.000 Meilen weiter in Indianapolis ihr Zelt aufschlugen.

Sei es, wie auch immer, die Browns waren weg aus Cleveland. Diese Entscheidung zeigte wiedereinmal, wie schwach die NFL als Dachverband gegenüber ihren Teambesitzern ist, die ihr auf der Nase herumtanzen, wie sie wollen.

Einen "großartigen Erfolg" konnte NFL Präsident Paul Tagliabue dennoch erringen. Art Modell mußte den Namen Browns in Cleveland lassen. Hier sollte 1999 ein neuer Club in einem neugebauten Stadion unter dem alten Namen antreten.

Die Geschichte der echten Browns ist an dieser Stelle allerdings definitiv zu Ende.

 

Willkommen zur Geschichte der Baltimore Ravens.

In Baltimore angekommen stellte sich als erstes die Frage nach einem neuen Teamnamen. Eine Radioumfrage wurde gestartet, die am Ende den Namen "Ravens" favorisierte. Dies deshalb, weil der Schriftsteller Edgar Allen Poe in Baltimore beerdigt ist und eine der berühmtesten Textzeilen seiner verworrenen Werke lautet: "Thus quoth the raven nevermore" (also sprach der Rabe Nimmermehr).

Die erste Saison dieses literarisch angehauchten Teams verlief standesgemäß. Der Umzug konnte keinen Schub bringen und Baltimore landete wie gewohnt unter ferner liefen.

1997 spielte das Team erstaunlich gut. Zwar reichte es nicht für die Playoffs, aber das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wurde, waren die Ravens nicht mehr.

Der Job von Ted Marchibroda, der mittlerweile als Head Coach fungierte, geriet dennoch in Gefahr. Nach einer 0:37 Niederlage gegen die Steelers im November sprach Art Modell seinem Cheftrainer sein volles Vertrauen aus. Nach einem solchen Vertrauensbeweis klingeln natürlich sofort die Alarmglocken, dennoch überlebte Marchibroda die Saison 1997.

1998 war das erste Jahr, im Baltimore Ravens Stadium @ Camden Yards. Ein langer Name. Ob die Fans sich lange an die Saison würden erinnern können?

Nein!

Am 28. Dezember wurde Ted Marchibroda gefeuert und Brian Billick wurde der zweite Head Coach der Ravens.

Das einzig aufsehenerregende an der Saison 1999 waren die zwei Spiele gegen die Cleveland Browns, die wieder in die Liga gekommen waren. Klar, daß es da für die alten Browns, also die jetzigen Ravens gegen die neuen Browns, also die echten Browns, zwei Siege gab.

Am Ende stand Baltimore mit 8 Siegen und 8 Niederlagen ausgeglichen da.

Dann kam die Saison 2000 in der der EINE Spruch auf grauenvolle Art und Weise bewiesen wurde, der da lautet: „Defense wins Championships.“ Diese Tatsache brachte ihnen den Spitznamen Multibore (frei übersetzt „Stinklangweilig) ein.

Als Footballfan hatte man da wirklich wenig zu lachen. Nur 174 Punkte liessen sie während der Saison zu und schafften es so, nahezu ohne Offense, mit 12 gewonnen Saisonspielen hinter den Titans in die Playoffs.

Als Wild Card Team schafften sie es, über Denver, Tennessee und Oakland in den Super Bowl zu gelangen.

Hier machten sie dann mit den New York Giants kurzen Prozess und verschafften allen Anhängern von „Defensive Football“ ungeahnte Freuden. Footballfans, die lieber ein schönes Spiel mit ein paar gelungenen Pässen und Läufen sehen, mußten dieses Mal in die Röhre schauen.

Dabei wurde die Saison der Ravens vom „Mordfall Ray Lewis“ überschattet. Lewis, der im Super Bowl zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, war angeklagt, vor einer Bar zwei Männer erstochen zu haben.

Das Schwurgericht sprach ihn der Tat für Nichtschuldig. Anders ein Zivilgericht. Dieses erklärte ihn aufgrund derselben Beweislage für Schuldig und verurteilte ihn zur Zahlung von $10 Millionen an die Tochter von Richard Lollar, eines der Ermordeten.

Das Jahr 2001 war eine Prüfung für die Ravens, die sie nicht bestanden. Die Defense war zwar absolut bereit und Fähig, ihre nächste Meisterschaft zu gewinnen, aber so völlig ohne Offense geht es dann ja, Gott sei Dank, doch nicht. Das wurde ganz besonders deutlich, als sich Running Back Jamal Lewis verletzte und die Saison über ausfiel. Quarterback Elvis Grbac, auf dem alle Hoffnungen nun ruhten, war gegenüber seiner Zeit in Kansas City nicht mehr wiederzuerkennen und konnte dem Team keine Impulse geben.

Zwar mogelte die Ravens „D“ sich wieder in die Playoffs, aber in den Divisional Playoffs wurde sie von Pittsburgh mit 27:10 jäh gestoppt.

Ins Jahr 2002 startete der Trainerstab mit der Devise „Was brauchen wir einen Quarterback?“

Sie verpflichteten Jeff Blake, der auf seiner Odyssee durch die NFL bewiesen hatte, daß ers nicht bringt. Er sollte der Ersatzmann für Chris Redman werden, der im Jahr 2000 mal in zwei Spielen eingesetzt worden war, aber seitdem nie wieder gespielt hatte.

Als Redman floppte, spielte Blake, der auch nur bewies, wie unterdurchschnittlich er war.

Als dann auch noch in der Defense Ray Lewis ausfiel, brach das dünne Gebilde der Ravens zusammen, obwohl Lewis auch verletzt noch besser spielte, als manch einer der voll einsatzbereit war.

Am Ende landete Baltimore mit 7 Siegen und 9 Niederlagen hinter Pittsburgh und CLEVELAND nur auf dem dritten Platz in der AFC North und man sah sich die Playoffs gemütlich im Fernsehen an.

Deja vu all over in den folgenden Jahre. 2006 kam Head Coach Brian Billick auf die Idee, Quarterback Steve McNair von den Titans zu verpflichten. Tennessee hatte genug von den ewigen Verletzungen des gealterten Stars und verpflichtete einen vielversprechenden Jungstar. McNair jedoch blieb in seiner ersten Saison in Baltimore ohne Verletzungen und gab dem Team damit eine Ahnung davon, was man unter einer Offense verstehen kann.

Der Lohn war das Erreichen der Playoffs. Jetzt musste die Defense ihren Teil beisteuern, denn wie man ja weiss, gewinnt die Offense die Spiele, aber die Meisterschaft muss die Defense sichern.

Tat sie aber nicht. Gegen die Colts sah die vielgerühmte Ravens “D” wie eine ganz gewöhnliche aus, auch wenn sie Peyton Manning und Co. keinen Touchdown erlaubten.

In einem Spiel ohne Touchdowns verlor Baltimore in den Divisional Playoffs mit 6:15 gegen Indianapolis.

Mit dem abgehalfterten McNair und dem ratlosen Billick ging es auch in die Saison 2007. Während der Saison tat McNair das, was er am Besten konnte, er verletzte sich, und nach der Saison, die mit Baltimore mit 5-11 als letzter der AFC North abschloss, wurde dann auch endlich Brian Billick gefeuert.

Baltimore ging mit dem Rookie Head Coach John Harbaugh in die Saison 2008. Harbaugh war zuvor Assistenztrainer bei den Eagles.

Mit drei möglichen Quarterbacks, die um den Posten des Starters kämpfen sollten, ging es in die Vorbereitungsphase.
Kyle Boller hatte die besten Karten in der Hand, hatte er die Ravens doch schon angeführt. Doch im zweiten Vorbereitungsspiel verletzte er sich so schwer an der Schulter, daß die Saison für ihn beendet war.
Sein Ersatzmann Troy Smith schleppte eine Virusinfektion mit sich herum, so daß der gerade einberufene Rookie Joe Flacco plötzlich der erste Mann war.

Was für eine glückliche Fügung des Schicksals, Flacco erwies sich als der Mann der Zukunft für Baltimore.
Unter seiner Führung, und natürlich der gewohnt harten Verteidigung, schafften es die Ravens bis ins AFC Endspiel. Hier schieden sie in einem knüppelharten Spiel mit 14:23 gegen die Steelers aus.

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Division: AFC North
Gegründet: 1996
Größter Erfolg bisher: Super Bowl XXXV gewonnen

Baltimore Ravens

 

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