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Marcus Allen

Marcus Allen - Running Back
Geboren am 26.03.60
Gedraftet: In der 1. Runde 1982 von den Oakland Raiders
College: Southern California

Es war einmal ein Running Back, der wurde von seinem bösen Teamchef nicht gemocht. Nur wenn die Lage aussichtslos war, durfte er ran. Immer bekam er andere zur Seite gestellt, die schlechter waren als er, aber vom bösen Teamchef geliebt wurden. Dabei hätte dieser Running Back auf die Jagd nach sämtlichen NFL Rekorden gehen können, wenn der böse Teamchef ihn nur gelassen hätte. Der Name dieses armen Aschenputtels ist Marcus Allen, der bei den Raiders sich und sein Team zu höherem hätte führen können.

Unvergessen sein Super Bowl Rekordlauf gegen die Washington Redskins, unvergessen seine Touchdowns von der 1 Yard Linie durch die Luft. Ja ja wenn Al Davis ihn nicht auf einmal hätte fallen lassen.

Es war viel Jahre her, daß die Raiders zum letzten Mal auf den richtigen Running Back in der Draft gesetzt hatten. Als 10. Spieler überhaupt nahmen sie Allen 1982 in ihr Team auf. Zu tun hatte er in dem Jahr nicht allzu viel, da die NFL Spieler einen Großteil der Saison streikten. Als bester Rookie schaffte er direkt die Berufung in den Pro Bowl. Seit O. J. Simpson 1975 waren nur Kicker die besten Punktejäger der Liga, doch Marcus Allen durchbrach diese Serie. Er erreichte 84 Punkte in nur neun Spielen. Auch war er der erste Rookie seit Gale Sayers 1965, der die Liga in Punkten anführte. Insgesamt sah seine Statistik für die erste Saison so aus: 160 Läufe für 697 Yards und 11 Touchdowns. Längster Lauf: 53 Yards.

Schon in seiner zweiten Saison lief er mit den Raiders in den Super Bowl. In der regulären Saison hatte er nur ein Spiel, in dem er über 100 Yards lief - am 19. September mit 105 Yards gegen Miami. Mit 1.014 Yards schaffte er nur knapp die 1.000 Schallgrenze, um in den Play-Offs aufzudrehen. 159 Yards der Raiders Offense gegen Pittsburgh gingen auf sein Konto, 121 am Boden 38 durch die Luft. Seattle mußte sogar 216 Yards im Divisional Championship Game gegen ihn zulassen, 154 durch Läufe und 62 durch Pässe. Das war es auch immer, was Marcus Allen am meisten auszeichnete, seine generelle Verwendbarkeit. Seine sicheren Hände fingen die schwierigsten Päße, während sein Körper sich durch die engste Lücke quetschte. Das bewies er auch in Super Bowl XVIII. Hier lief er 20 mal für 191 Yards und 2 Touchdowns. Einer davon über 74 Yards, der all die Fähigkeiten von Allen aufzeigte. Als der Lauf schon fast im Backfield von den Redskins gestoppt war an der Seitenauslinie, drehte Allen um und lief zur anderen Spielfeldseite, als er auf seinem Weg eine kleine Lücke in der Defense erspähte, stieß er durch und schüttelte alle Verfolger ab bei seinem Rekordlauf, der ihm auch den MVP Titel brachte. Das Spiel war bis 1997 das letzte, das die AFC seitdem am Super Sonntag gewinnen konnte.

13 Touchdowns die er im Jahr 1984 durch Läufe erzielte sind bis heute Allens Bestmarke. Auch seine 18 Touchdowns insgesamt konnte er nie mehr übertreffen. Diese 18 Touchdowns wurden auch in der Saison `84 von niemandem mehr übertroffen. 1.168 Yards bei 275 Läufen brachten ihn wieder in den Pro Bowl.

Der dritte Pro Bowl kam nach seiner wohl besten Saison. 1985 stellte er einen Saisonrekord in der Kategorie kombinierte Yards auf. Er führte die Liga mit 1.759 Laufyards sowieso schon an. Dazu gesellten sich noch 555 Paßyards, die den Rekord von 2.314 kombinierten Yards ergaben. 14 Touchdowns sprangen dabei heraus.

Am 24. November gegen Denver stellte er mit 173 Yards seine persönliche Bestmarke in einem Spiel auf. Und obwohl er in den Play-Offs gegen New England 121 Yards lief, verloren die Raiders dieses Spiel.

Seine Serie mit aufeinanderfolgenden Spielen über 100 Yards, die er in der Saison 19885 begann, setzte er 1986 fort. In Spiel 1 und 2 der Saison lief er 102 Yards gegen Denver und 104 Yards gegen Washington. Mit 11 Spielen über 100 Yards in Folge stellte er einen neuen NFL Rekord auf.

Obwohl er in dieser Saison von Verletzungen geplagt wurde, war er immer noch der beste Running Back der Raiders. Und auch wenn er nur 759 Yards zustande brachte, war das immer noch eine Berufung in den Pro Bowl wert.

1987 war das Jahr des nächsten NFL Streiks. 12 Spiele dauerte deshalb die Saison nur für Allen und die anderen armen hungerleidenden NFL Stars. In diesen 12 Spielen erreichte er mit 754 Yards fast das Vorjahresergebnis.

Ob Al Davis sich nun ihn als Sündenbock für all seine Wut auf die Streikenden ausgesucht hatte. Auf jeden Fall tat er alles, um Marcus Allen vom Spielen abzuhalten. Wer wurde ihm nicht alles als Running Back vor die Nase gesetzt? Tim McCallum und Bo Jackson sind hier wohl noch die erwähnenswertesten Spieler. Und wen der allmächtige Al Davis auf dem Kieker hat, der bekommt kein Bein mehr auf die Erde. 1988 führte Allen die Raiders zwar noch mal an, mit 831 Yards und sieben Touchdowns, aber der Bruch war unverkennbar. Todsichere "Allen-Situationen" wurden nun nicht mehr von ihm ausgeführt.

Eine Knieverletzung, die er am fünften Spieltag der Saison 1989 erlitt leitete das endgültige Aus bei den Raiders ein. Zwar kam er drei Spieltage vor Ende der Saison wieder zurück, aber in den Jahren von 1989-92 berührte er den Ball pro Saison nur noch 95 mal im Durchschnitt. Mehr als 391 Yards und fünf Touchdowns pro Jahr kamen dabei nicht zustande. Die Fachwelt wunderte sich nur über diesen Niedergang eines der besten Footballspielers aller Zeiten. Nur wenig konkretes drang an die Außenwelt und viele Gerüchte sprachen von einem rapiden Formabfall Allens. Die Wahrheit ist jedoch das Zerwürfnis mit Teamchef Al Davis. Was auch immer es ausgelöst hatte, beendet wurde es bis zum heutigen Tag nicht. Nachdem Marcus Allen 1993 an den Divisionsrivalen Kansas City Chiefs abgegeben wurde, sind die Spiele gegen die Raiders in seinem Kalender ganz besonders dick angekreuzt. Und Allen sieht gegen sein altes Team immer ganz besonders gut aus. Dabei hat er in all den Jahren, in denen er unter Davis Rost angesetzt hatte, nichts von der Eleganz die seine Läufe so leicht aussehen läßt, verloren. Die Chiefs ihrerseits waren heilfroh, daß sie einen der besten Spieler aller Zeiten nun nicht mehr 2x im Jahr stoppen mußten, sondern daß sie ihn in 16 Spielen laufen lassen durften.

Und Allen lief. Er lief, wenn er den Ball von Joe Montana bekam und wenn er seine Päße fangen sollte. Zwei Altstars vereint, ihr Gnadenbrot zu verdienen. Joe Montana merkte man dabei doch an, daß sein verletzter Arm, der seine Karriere in San Francisco beendete, ihn doch noch ein wenig behinderte. Auch der Rest seines geschundenen Körpers sehnte sich mehr nach Ruhe, als der Körper von Marcus Allen. Er war auf Anhieb der zuverlässigste Spieler der KC Offense. Niemand merkte ihm die aufgezwungene Ruhepause, die die letzten Saisons ja waren, an. Seine Mannschaftskollegen sahen das auch so und wählten ihn am Ende der Saison zum wertvollsten Spieler des Teams. Auch der Pro Bowl war mal wieder ein Reiseziel Allens. Seitdem die AFL mit der NFL im Jahr 1970 zusammen geschlossen wurde, führte kein Chief mehr die AFC in erzielten Touchdowns an. Damit war jetzt Schluß, Marcus Allen erzielte 15. Nur Jerry Rice in der NFC hatte einen mehr und Andre Rison kam auch auf 15.

764 Yards in der Saison waren eine normale Leistung für den neuen Häuptling. Im ersten Spiel gegen die Raiders, am 3. Oktober, war er noch nicht warm. 24 Yards lief er da nur zusammen. Im zweiten Spiel, am 14. November, erreichte er mit 85 Yards die beste Leistung der Saison. In den drei Play-Off Spielen lief er insgesamt für 191 Yards und drei Touchdowns. Erst die Bills stoppten die Chiefs im AFC Endspiel mit 30:13.

Auch 1994 trug Marcus Allen die Chiefs in die Play-Offs. Drei Spiele mußte er wegen einer Knieverletzung aussetzen, aber in den restlichen 13 lief er für 709 Yards. Und es konnte gar nicht besser kommen. Als man am 24. 12. zu den Raiders mußte, standen die Play-Offs auf dem Spiel. Beide Teams mußten siegen, um in die Endrunde zu kommen. Natürlich zeigte Allen in diesem Spiel seine beste Leistung als Chief. 33 mal lief er und legte dabei 132 Yards zurück. Es war sein 23. +100 Spiel in der NFL. In diesem Spiel wurde er der neunte Spieler der NFL Geschichte, der über 10.000 Yards lief. Und das schönste an der Geschichte - die Chiefs gewannen mit 19:9 gegen Al Davis, der mit versteinertem Gesicht zusah, was sein alter Spieler da zustande brachte. In den Play-Offs war dann allerdings direkt Schluß. Die Dolphins machten mit 27:17 kurzen Prozeß.

1995 waren die Chiefs in der Saison das beste Team. 13-3 Punkte bedeuteten einen Sieg mehr, als sogar Dallas hatte. Zu diesem Erfolg trug Allen diesmal 890 Laufyards bei. Da Joe Montana doch endlich in den wohlverdienten Ruhestand getreten war, vertraute Head Coach Marty Schottenheimer klugerweise mehr auf Marcus Allen. Der bewies, daß sein Trainer ihm zurecht vertraute. 210 Yards durch gefangene Päße brachten sein Gesamtergebnis auf 1.100 Yards und fünf Touchdowns. In den Play-Offs war dann überraschenderweise im ersten Spiel schon Schluß. Die unerwartet starken Colts gewannen mit 10:7 einen Thriller, auch wenn das Ergebnis sehr niedrig war.

Mit 36 Jahren wunderte Allen sich vor allem darüber, warum die Leute nur sein Alter zum Thema hatten. Er spielte so lange er konnte und es ihm Spaß machte. Und da es uns auch eine Menge Spaß machte, ihm zuzusehen... lauf weiter Marcus. Doch das definitiv nur noch in der Saison 1997. Direkt nach der Saison 1996 gab Marcus Allen diese Entscheidung bekannt. Auch wenn er immer noch zu den produktivsten Spielern der Chiefs in der abgelaufenen Saison zählte, sah er ein, daß es nicht ewig weitergehen konnte.

Auch sein Körper sehnte sich nach einem Herbst, ohne Prellungen und Stauchungen. Was nicht heißt, daß Allen 1996 ernsthaft verletzt wurde. Aber als Running Back, immer mitten im Geschehen... da freut man sich auch, wenn es vorüber ist. Für Marcus Allen sollte man schon jetzt einen Platz in Canton, Ohio, in der Ruhmeshalle des Footballs freihalten. Er hat ihn sich verdient!

Nach der Saison 1997 machte Marcus Allen es dann etwas spannend. In der Saison kam er nicht mehr unter die 20 besten Running Backs der Liga. Nach der Saison gab er dann seinen Rücktritt bekannt. Dann machte er einen Rückzieher vom Rücktritt. Dann trat er doch wieder zurück.

Aber es blieb dabei, 1998... die erste Saison ohne Marcus Allen.

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