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Troy Aikman

Die Nummer 8 der Dallas Cowboys war die Nummer 1, wenn man den Media Guide des Teams aufschlug. Das lag natürlich daran, daß Aikman im Alphabet weit vorne ist. Aber auch, wenn dem nicht so gewesen wäre, hätte Troy Aikman diesen Platz verdient. Von ihm sagte selbst John Madden, daß er der legitime Nachfolger von Joe Montana wäre. Troy Aikman war auf jeden Fall der Quarterback, der in den Playoffs keinen Interception warf.

Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus.

Nachdem der Besitzer der Cowboys, Clint Murchison jr., im März 1987 gestorben war, begann die neue Ära des Clubs. 1989 kaufte Jerry Jones das Team und krempelte es von Grund auf um. Davon blieb natürlich auch der Posten des Quarterbacks nicht verschont, den bis dato Danny White inne hatte. Jerry Jones und der neue Head Coach Jimmy Johnson entschlossen sich, auf ihn zu verzichten, und zwei neue Spieler für diese Position zu draften. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Clubs, hatten sie die erste Wahl in der Draft. Sie entschieden sich für Troy Aikman und offerierten ihm am 20. April einen sechs-Jahresvertrag. Als Ersatzmann holten sie sich Steve Walsh.

Ohne ein Vorbild, an dem er sich hätte orientieren können, und das ihm den Einstieg in die harte Welt der NFL erleichtert hätte, wurde Aikman ins kalte Wasser geworfen. Er lernte die Position des NFL Quarterbacks auf die harte Tour. Das brachte ihm in seiner ersten Saison einen gebrochenen Zeigefinger an der linken Hand ein, und eine schwere Gehirnerschütterung. Von den 11 Spielen, die er bestritt, gingen 11 verloren. Mit 18 Interceptions hatte er seine Touchdown Ausbeute genau verdoppelt. So geht es jungen Quarterbacks in der NFL.

In der Saison 1990 konnte man erste Anzeichen seines wahren Wertes für die Cowboys erkennen.

In dieser Saison gewannen die Cowboys sieben Spiele. Das war eine Sensation, wenn man bedenkt, daß die Mannschaft fast nur aus jungen, unerfahrenen Spielern bestand. Einer dieser jungen, unerfahrenen Spielern war Troy Aikman, der bewies, wieso JJ und JJ so auf ihn setzten. Nur in einem dieser sieben gewonnenen Spiele lagen die Cowboys zu Beginn des letzten Viertels in Führung. Sechs mal war es Troy Aikman, der Dallas noch zum Sieg passte. Insgesamt warf er dabei 45 Pässe, von denen 32 ihre Receiver fanden für 456 Yards, zwei Touchdowns und keinen Interception.

Damit waren die Cowboys auf der Zielgeraden in die Playoffs. Dorthin gelangten sie nicht, weil Buddy Rian, der Head Coach der Eagles, es nicht zuließ. Vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Dallas, am vorletzten Spieltag, gab er die Order: "Bringt mir den Kopf von Troy Aikman." Und genau wie in dem fast gleichnamigen Film von Sam Peckinpah geschah es so. Philadelphias Defense hatte nur ein Ziel - Troy Aikman. Sie schafften es, ihm die Schulter auszurenken, und das war es für die Träume der jungen Kuhjungs.

Am 29. September wurde klar, daß es für Aikman und sein Team nur noch den Weg an die Spitze geben würde. Spät im letzten Viertel führte der amtierende Super Bowl Champion New York Giants Zuhause mit 16:14 gegen Dallas. Wieder war es ein eiskalter Aikman, der sein Team über 84 Yards zum Sieg führte.

Vier Spieltage vor Ende der regulären Saison verletzte Aikman sich jedoch schwer am Knie. Dallas erreichte zwar die Playoffs, verlor aber im zweiten Spiel gegen Detroit mit 6:38.

Trotz seines Ausfalls sah Troy Aikman nach dieser Saison zum ersten Mal das Aloha Stadion auf Hawaii. Mit anderen Worten : Er wurde zum ersten Mal in den Pro Bowl berufen.

Auch im folgenden Jahr besiegten die Cowboys den amtierenden Super Bowl Champion. Diesmal mussten die Redskins mit 23:10 dran glauben. Würde Troy seine Truppen jetzt in die entscheidende Schlacht führen können?

Schon in seinem 52sten Spiel durchbrach Aikman die 10.000 Yards Grenze. Es wurde langsam klar: Niemand würde dieses Team stoppen können.

In den Playoffs lieferte Aikman eine fehlerlose Vorstellung ab. Er warf in allen Spielen zusammengenommen 89 Pässe. Davon erreichten 61 ihre Receiver für 795 Yards, 8 Touchdowns und nicht einen Interception. Das ergab eine Wertung von 126,4 Punkten. Die Wahl des MVP im Super Bowl gegen Buffalo fiel leicht. Es konnte nur einen geben - Troy Aikman. Damit wurde er hinter Jim Plunkett (Raiders) und Terry Bradshaw (Steelers) erst der dritte Spieler, der als erster Spieler insgesamt gedraftet und wichtigster Spieler im Super Bowl wurde. Aloha, Hawaii? Aloha Hawaii!

1993 war das Jahr, in dem Troy Aikman unter die Country Sänger ging und ein Lied aufnahm. Das Stück heißt "Oklahoma Nights" und ist zu finden auf der Platte "Everybody wants to be a Cowboy".

Wegen einer schweren Rückenoperation verpaßte Aikman den größten Teil der Vorbereitungszeit. In der Saison aber war er voll da. Auf dem Weg der Cowboys in den zweiten Super Bowl in Folge legte Aikman eine der besten Leistungen hin, die je ein NFL Quarterback erreichte. Diese Leistungen reichten aus, ihn in seinem dritten Pro Bowl in Folge zum ersten Mal als Starter das NFC Team führen zu dürfen. Er war der Spieler, der überhaupt die meisten Stimmen erhielt.

Seine 99 Wertungspunkte bedeuteten den zweiten Platz hinter Steve Young von den 49ers. Dabei vervollständigte er 69,1 % seiner Pässe, Bestmarke der Liga in dieser Saison. Selbst wenn er den Ball wegwerfen mußte, tat er das kontrolliert. Nur 1,53% seiner Pässe wurden intercepted, zweitbester des Jahres.

Das erneute Aufeinandertreffen von Dallas und Buffalo im Super Bowl endete wieder mit einem Triumph für Troy Aikman. Trotz seiner 19 Vervollständigungen bei 27 Pässen für 207 Yards wurde sein Running Back Emmitt Smith zum MVP gewählt.

1994 war das Jahr, in dem die 49ers statt der Cowboys den Super Bowl gewannen. Troy Aikman tat das seine, dies zu verhindern, aber...

Jerry Jones, der Besitzer der Cowboys hatte seinen Head Coach Jimmy Johnson wegen anhaltenden Erfolges entlassen. Der neue Mann, Barry Switzer, integrierte sich zwar recht gut in das bestehende Team Gefüge, war aber etwas lascher in der Führung, als sein Vorgänger. Statt den Gegner der kommenden Woche zu studieren, war Switzer lieber bei einem Collegespiel seines Sohnes. Das tat dem Erfolg der Cowboys nicht gut. Die Folge war, daß man im Championship Game gegen die Niners verlor.

Auf dem Weg dorthin, und zu seinem vierten Pro Bowl in Folge, blieb Troy Aikman aber der konstante Erfolgsgarant. Mit 64,5% vervollständigten Pässen und 7,41 Yards Raumgewinn im Durchschnitt, führte er die Liga in beiden Kategorien an. Der längste Spielzug in der Play-off Geschichte der NFL ging in diesem Jahr auch auf sein Konto. Gegen Green Bay warf er einen 84 Yarder auf Alvin Harper. Aikman hält auch die Play-off Rekorde für vollständige Pässe (68,9%) und durchschnittlichen Raumgewinn pro Paß (8,56). Mit 103,8 Wertungspunkten steht er nur knapp hinter Bart Starr, der 104,8 Punkte aufweisen kann.

1995 ging Aikman mit seinen Cowboys wieder den ganzen Weg. Mit 62,43% vervollständigten Pässen, steht er nur hinter Steve Young (63,65%) und Joe Montana (63,24%). Diese Leistung, und der dritte Super Bowl Titel unter seiner Leitung, machen Troy Aikman zu einem der besten Quartebacks, die die Liga je gesehen hat.

Im Laufe der Jahre hatte er bewiesen, daß er so manchen Hit wegstecken kann, genau wie seine großen Kollegen.

Bei all den Aufregungen rund um das Team und den Weggängen besonders in der Defense, sind weitere Erfolge jedoch plötzlich fraglich geworden. An Troy Aikman, der auch 1995 wieder in den Pro Bowl berufen wurde, lag es aber nicht.

So startete Aikman die Saison 1996 ohne seine besten Paßfänger, WR Michael Irvin und TE Jay Novacek. Irvin mußte wegen Drogenbesitzes die ersten fünf Spiele Aussetzen. Novacek hingegen litt an starken Beschwerden im Rücken, die ihn die ganze Saison verpassen ließen. Mittlerweile hat sich Novacek vom Football zurückgezogen. Und gerade Novacek fehlte Troy Aikman am Meisten. Immer wenn der erste, zweite und gar dritte Receiver gedeckt war, ab mit dem Ball an den Rettungsanker Novacek und schon wieder ein paar Meter erobert. Aber ohne diesen Rettungsanker war Aikman ganz und gar aufgeschmissen.

Mageren 12 Touchdowns standen 13 Interceptions gegenüber.

Ein Wunder, daß Aikman trotzdem wieder in den Pro Bowl berufen wurde, in dem er wegen Verletzung aber nicht spielte. Er wurde durch Kerry Collins von den Panthers ersetzt, der diese Berufung auch durch bessere Leistungen eher verdient hatte.

1997 kann man getrost als Katastrophe für die Cowboys ansehen. Verdientermaßen erreichten sie nicht die Playoffs. Troy Aikman paßte sich den schwachen Leistungen seiner Mitspieler an, die unter Barry Switzer die Lust auf Kampf verloren hatten.

Zwar warf Aikman 19 Touchdowns, somit sieben mehr als 1996, aber wieder warf er mit 12 Interceptions zu viele Bälle in die Hände der gegnerischen Verteidiger. Mit 3.283 Yards aus 292 Treffern bei 518 Versuchen lieferte er hier eine sehenswerte Bilanz ab, aber eine extreme Schwäche der Offense im Verwerten von Chancen, speziell in der „Red Zone“, sorgte dafür, daß Aikmans Leistung klanglos verpuffte.

Im Mai 1998 entdeckten die Teamärzte bei Troy Aikman ein malignes Malinom an der linken Schulter. Dies ist die tödlichste Form von Hautkrebs. Der Herd konnte jedoch vollständig entfernt werden und Aikman überstand dieses düstere Kapitel somit ohne weiteren Schaden.

Sportlich war die Saison für Aikman und die Cowboys so durchwachsen, wie die zuvor. 88,5 Quarterback Seine Wertungspunkte sahen zwar wieder sehr gut aus, aber sie reichten bloß für Platz acht in der NFL. Seine Interceptionrate war dagegen in der Saison 1998 ausgezeichnet. In 315 Paßversuchen warf er den Ball nur fünf Mal zu gegnerischen Verteidigern. Auch seine Line hielt in dieser Saison besser. Nur neun Sacks ließ sie zu.
Schon im ersten Spiel gegen die Arizona Cardinals verdoppelte er die durchschnittliche Ausbeute an Touchdowns in einer Saison. Zweimal lief er mit dem Ball in die Endzone. Das schaffte er sonst nur einmal pro Saison.

Zwar brachte er die Cowboys 1998 wieder in die Playoffs, aber hier war schon der ersten Runde Ende. Die Arizona Cardinals tranchierten Dallas im Texas Stadion mit 20:7.

1999 stand für Dallas unter keinem guten Stern. Aikman paßte zu so vielen verschiedenen Wide Receivern, daß man schon gar nicht mehr mitkam.

Alles fing damit an, daß Michael Irvin schwer verletzt wurde. Ihm folgten James McKnight, Ernie Mills und Wayne McGarity.

Da hatte es Aikman schwer, Produktives abzuliefern. Mageren 17 Touchdown Pässen standen denn auch 12 Interceptions gegenüber. Von 442 Pässen trafen 263 ihre Empfänger für 2.964 Yards.

Erstaunlicherweise brachte Aikman sein Team in die Playoffs, aber wieder war in Runde 1 Schluß.

Vice Versa in der Saison 2000. Die Offenseline spielte, als ob sie Aikman der gegnerischen Defense zum Abschuß freigegeben hätte.

Schon im ersten Spiel, am 3. September gegen die Eagles, erwischte es Aikman und er zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

Das sollte nicht die einzige in der Saison bleiben.

Sein Ersatzmann, Randall Cunningham, spielte sich mit seinen Leistungen in die Herzen der Cowboys Fans. Und das, obwohl auch in dieser Saison das Verletzungsunglück die Dallas Receiver heimsuchte. Teilweise standen die Ersatzreceiver der Ersatzreceiver auf dem Feld, was Cunninghams Leistungen noch positiver erscheinen läßt.

Gegen die 49ers lief Aikman wieder als Nummer 1 auf und die Fans, na ja, sie akzeptierten ihn in der ersten Halbzeit. Als seine katastrophalen Leistungen ihnen aber genug waren, fingen sie an ihn auszubuhen.

Für den Superstar Troy Aikman war das der Anfang vom Ende. Er kam zwar bis zum Ende der Saison noch ein paar mal zum Einsatz, aber sein Mythos war dahin. Besonders nach dem Spiel am 15. Oktober in New York, als er unglaubliche FÜNF Interceptions warf.

Im Rückspiel gegen Philadelphia wurde er erneut hart getackelt und wieder zog er sich eine Gehirnerschütterung zu.

Nach dem Ende der Saison 2000 überlegte er noch eine Weile, ob er weitermachen sollte, aber am 13. April 2001 erklärte er offiziell seinen Rücktritt.

Damit haben wir wieder einen der ganz großen Spieler verloren, die die NFL für uns so attraktiv gemacht haben.

Heute bildet er zusammen mit Joe Buck das Topkommentatorengespann von FOX.

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Troy Aikman
Quarterback
Geboren am 21.11.66
in Cerritos
Gedraftet: Als erster Spieler 1989 von den Dallas Cowboys
College: UCLA

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